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Moskau beklagt Behinderungen : Lässt Russland das Getreide-Abkommen platzen?

Kornkammer Europas: Sicherheitsbeamte Ende Juli vor einem Getreidespeicher am Hafen von Odessa Bild: dpa

In Gesprächen mit Erdogan an diesem Freitag will Russlands Präsident Putin Änderungen am Abkommen zur Ausfuhr ukrainischen Getreides durchsetzen. Er gibt den Anwalt Afrikas – verfolgt aber eigene Interessen.

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          Es war eine der Wutdemonstrationen, die für Wladimir Putin typisch sind. „Wir haben alles getan, damit dieses Abkommen zustande kommt“, sagte Russlands Präsident vorige Woche bei seinem „Östlichen Wirtschaftsforum“ in Wladiwostok. „Dann stellte sich heraus, dass man uns einfach wieder einmal grob übers Ohr gehauen hat, wie man im Volksmund sagt. Angeschmiert. Und nicht nur uns, sondern die ärmsten Länder, unter dem Vorwand, die Abmachung einzuhalten. Das ist doch offensichtlich.“

          Gerhard Gnauck
          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.
          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.
          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Das Abkommen, über das Putin klagte, gilt der Ausfuhr von ukrainischem Getreide aus drei von Russland blockierten ukrainischen Häfen: Odessa, Tschornomorsk und Juschne. Es wurde am 22. Juli unter Vermittlung der Vereinten Nationen in Istanbul abgeschlossen, für zunächst 120 Tage und „kann“, so die Formel, „automatisch verlängert werden“. Doch kann jede der drei Parteien – Russland, die Ukraine und die Türkei – die „Schwarzmeer-Getreide-Initiative“ ganz beenden oder Änderungen daran fordern – und damit droht Moskau.

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