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Labour-Chef teilt aus : Frontalangriff auf Boris Johnson

Keir Starmer, Vorsitzender der Labour-Partei, spricht vor seinem Haus mit Journalisten. Bild: dpa

In der nationalen Krise scheute sich die britische Opposition lange davor, zu viel Kritik am Premierminister zu üben. Doch jetzt holt Labour-Chef Keir Starmer den Säbel raus.

          3 Min.

          Wochenlang fürchtete sich die Opposition davor, dass ihr zu viel Kritik am Premierminister in einer nationalen Krise als unsolidarisch und deplaziert ausgelegt würde. Als Boris Johnson dann aus dem Krankenhaus entlassen wurde und Infektions- wie Todesraten langsam sanken, setzte Labour-Chef Keir Starmer zunächst Nadelstiche. Aber am Mittwoch holte er den Säbel heraus. In einem Zeitungsinterview warf er dem Premierminister vor, sich durch die Lockerungen des Lockdowns zu „mogeln“ und „eine ohnehin schwierige Situation zehnmal schlimmer zu machen“. Johnson habe wegen seines „Missmanagements“ das Vertrauen der Bevölkerung verloren und solle sich anstrengen, die Krise „in den Griff zu bekommen“.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Starmers vernichtende Bestandsaufnahme spiegelt Umfragen wider, in denen die Zustimmung zur Regierung seit fast vier Wochen sinkt. Bei vielen Briten hat sich der Eindruck festgesetzt, dass die Regierung kopflos und sprunghaft handele. Die immer wieder präzisierten Verhaltensempfehlungen wirken zunehmend willkürlich und verwirrend. Vor allem die Logik der neuen Quarantänevorschrift, die den versprochenen Weg in die Normalisierung behindert, können nur wenige nachvollziehen.

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