https://www.faz.net/-gpf-9ouns

Labour-Parteichef : Corbyn will neues Brexit-Referendum

  • -Aktualisiert am

Die Labour-Partei von Jeremy Corbyn will sich bei einem zweiten Referendum für den Verbleib in der EU einsetzen. Bild: Reuters

Die Labour-Partei will den britischen Bürgern die Entscheidung über einen Brexit-Deal überlassen. Parteichef Jeremy Corbyn will sich dann unter bestimmten Umständen für einen Verbleib in der EU einsetzen.

          Der Vorsitzende der britischen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, hat sich für ein zweites Brexit-Referendum ausgesprochen. Auf Twitter schrieb er am Dienstag, der neue Premierminister der Konservativen sollte das Brexit-Abkommen den Bürgern zur Abstimmung stellen. Das gelte auch für einen No-Deal.

          Im Falle eines solchen Referendums würde Labour sich für den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union einsetzen, wenn die Regierung einen Deal vorlege, der „Wirtschaft und Jobs nicht schützt“, schreibt Corbyn.

          Mit dieser Prämisse legt sich der Parteichef also nicht sicher auf eine Position fest. Was bei Neuwahlen mit einem Sieg von Labour passieren würde, lässt Corbyn offen. Nach einem Bericht von BBC fordert der stellvertretende Labour-Vorsitzende Tom Watson ein klares Bekenntnis zum Verbleib in der EU, unabhängig davon, was in einem Austrittsabkommen festgelegt ist.

          Der „Guardian“ zitiert eine interne Mail an die Labour-Mitglieder, in der Corbyn seine bisherige Haltung zum Brexit rechtfertigt. Labour habe nach dem Referendum im Jahr 2016 versucht, den Wählerwillen zu erfüllen. Den Kompromissvorschlag, den Corbyn May gemacht hatte, hält er noch für gültig: „Wir denken immer doch, dass dies eine vernünftige Alternative wäre, die das Land zusammenbringen könnte."

          Jeremy Hunt, neben Boris Johnson Kandidat für den Parteivorsitz der Konservativen, reagierte auf Corbyns Äußerungen bei Twitter: „Jeremy Corbyn hat nie an Großbritannien geglaubt. In diesem Land setzen wir den Willen der Bürger um. Wir werden den Brexit umsetzen und einen Erfolg daraus machen.“

          Weitere Themen

          Zwölfjähriger verhaftet Video-Seite öffnen

          Demos in Hongkong : Zwölfjähriger verhaftet

          Weitere Eskalation in Hongkong: Erstmals seit dem Beginn der Großkundgebungen der Demokratiebewegung in Hongkong Anfang Juni hat ein Polizist während einer Demonstration mindestens einen Schuss abgefeuert. Dutzende Demonstranten wurden festgenommen, darunter auch ein zwölf Jahre alter Junge.

          Topmeldungen

          Reformen der Koalition : Immer auf die Besserverdiener

          Egal ob Baukindergeld, Pflegereform oder Soli – die große Koalition schließt Einkommensstarke konsequent von finanziellen Entlastungen aus. Die Grenzen setzt sie dabei willkürlich und der Papierkrieg ist immens.

          Brandenburg : Ist das schlimmer als Diktatur?

          Angegriffen und abgehängt: Vor den Landtagswahlen kocht im Osten die Stimmung. Davon profitiert vor allem die AfD. Eine Reise durch die Dörfer Brandenburgs.

          AfD in Sachsen : Die DDR ist ein Wahlkampfschlager

          In Sachsen will die AfD die Landtagswahl gewinnen – dafür bedient sie gezielt ein Zerrbild der Wirklichkeit. Ihre Wähler stört das nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.