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Israel : Kurz vor Massenprotesten Palästinenser getötet

  • Aktualisiert am

Palästinenser bereiten sich auf Massenproteste vor. Bild: dpa

Israels Armee hat laut palästinensischen Angaben einen Bauern getötet. Der Zwischenfall dürfte die Spannungen kurz vor geplanten Massenprotesten weiter verstärken.

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          Kurz vor geplanten Massenprotesten im Gazastreifen ist nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörden ein Palästinenser bei einem Angriff der israelischen Armee getötet worden. Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza mitteilte, wurde der 27-jährige Bauer am Freitagmorgen im Süden des Palästinensergebiets durch israelischen Artilleriebeschuss getötet. Ein weiterer Bauer sei verletzt worden.

          Nach Angaben von Augenzeugen hatte sich der Bauer auf seinem Land nahe der israelischen Grenze aufgehalten.

          Die israelische Armee teilte mit, ein Panzer habe in der Nacht das Feuer auf zwei Verdächtige eröffnet, die sich im südlichen Teil des Küstengebietes dem Sicherheitszaun genähert hätten. Der Armee seien die Berichte über einen getöteten Palästinenser bekannt.

          Tausende Palästinenser werden an diesem Freitag im Gazastreifen zum „Marsch der Rückkehr“ in Richtung der Grenze zu Israel erwartet. Die radikal-islamische Hamas will mit der Aktion ihren Anspruch auf ein „Recht auf Rückkehr“ für palästinensische Flüchtlinge und deren Nachkommen in das Gebiet des heutigen Israels untermauern. Es sollen auch zahlreiche Zeltlager im Grenzgebiet errichtet werden.

          Die Proteste sollen bis zum 15. Mai dauern. Anlass sind Feiern zum 70. Jahrestag der Gründung Israels. Die Palästinenser begehen den 15. Mai als Nakba-Tag (Tag der Katastrophe), weil im ersten Nahost-Krieg 1948 rund 700.000 Palästinenser flohen oder vertrieben wurden. Israel lehnt eine Rückkehr in das eigene Staatsgebiet ab.

          Die israelischen Sicherheitskräfte würden sich auf alle möglichen Szenarien vorbereiten, sagte Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman bereits im Vorfeld. „Ich hoffe, dass die andere Seite keine Dummheiten begeht“, zitierte ihn das israelische Radio.

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