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Interview mit Sebastian Kurz : „Halte nichts von einer Politik der moralischen Überlegenheit“

Sebastian Kurz in der Wiener ÖVP-Zentrale Bild: Jacqueline Godany

Sebastian Kurz, Vorsitzender der Österreichischen Volkspartei, spricht im Interview über die Gräben in Ost- und Westeuropa und seine Unterstützung für den Westbalkan.

          6 Min.

          Sebastian Kurz hat sich das Büro in der Wiener Lichtenfelsgasse vom Generalsekretär der ÖVP „geliehen“. Vor seiner Abwahl als österreichischer Bundeskanzler hatte der Parteivorsitzende der Christdemokraten immer ein Regierungsamt inne und benötigte daher keinen Schreibtisch in der Parteizentrale; und bald hofft er wieder ins Bundeskanzleramt einzuziehen. An diesem Freitag steht das sechste Sondierungstreffen mit den Grünen in großer Runde an, dann wollen sie bekanntgeben, ob sie offiziell Koalitionsverhandlungen aufnehmen. Grünen-Chef Werner Kogler benötigt dafür eine formelle Zustimmung seiner Parteigremien, die am Sonntag tagen. Kurz lässt die Parteisatzung freie Hand. In den Medien hat sich der Sieger der Nationalratswahl in letzter Zeit rargemacht. Auch jetzt versucht er im Interview peinlich genau, jede Aussage über innenpolitische Themen zu vermeiden, bei denen der Eindruck entstehen könnte, er wolle den Gesprächspartnern etwas über die Medien „ausrichten“. Schon das scheint ein Zeichen dafür zu sein, dass es ihm mit den Grünen ernst ist.

          Christian Geinitz
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin
          Stephan Löwenstein
          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Der Fall des Eisernen Vorhangs hatte ein beispielloses Zusammenwachsen der meisten Länder Europas zur Folge. Aber man hat den Eindruck, je näher wir politisch zusammengewachsen sind, desto weiter haben wir uns mental voneinander entfernt. Was läuft da falsch?

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