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Krieg in Syrien : Kurden setzen Kampf gegen IS-Milizen vollständig aus

  • Aktualisiert am

Kurdische YPG-Kämpfer haben ihr Symbol über das des IS geschrieben. Bild: RUETERS

Die Kurden und ihre Verbündeten haben den Kampf gegen den „Islamischen Staat“ vorerst als beendet erklärt. International besteht die Befürchtung, dass die türkische Intervention den Dschihadisten in kurdischer Haft die Möglichkeit zur Flucht gibt.

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          Angesichts der türkischen Offensive in Nordsyrien haben die kurdischen Milizen und ihre Verbündeten ihre Kampfeinsätze gegen die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) vollständig ausgesetzt. „Wir haben all unsere Aktivitäten gegen den IS eingefroren“, sagte Maslum Abdi, Chef des Rebellenbündnisses Syrische Demokratische Kräfte (SDF), in dem sich kurdische Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten (YPG) mit kleineren arabischen Milizen zusammengeschlossen haben, am Mittwoch dem kurdischen Fernsehsender Ronahi. Die Türkei hatte trotz internationaler Warnungen vor einer Woche ihre Offensive gegen die kurdischen Gebiete gestartet, nachdem Amerika mit dem Abzug ihrer Truppen aus Nordsyrien den Weg für eine türkische Invasion freigemacht hatte.

          Die Türkei kämpft laut eigener Aussage hauptsächlich gegen die YPG, die sie selbst als Terrororganisation einstuft. Für die Amerikaner und andere westliche Staaten war die Kurdenmiliz dagegen jahrelang ein wichtiger Verbündeter im Kampf gegen den IS. International besteht die Befürchtung, dass die türkische Intervention den Kampf gegen die IS-Miliz schwächt und den tausenden IS-Kämpfern und ihren Angehörigen in kurdischer Haft die Möglichkeit zur Flucht gibt. Bereits in den vergangenen Tagen gab es Berichte über geflohene Gefangene, die der Dschihadistenmiliz nahestehen.

          Derweil beschäftigt sich der UN-Sicherheitsrat abermals mit dem Konflikt. Auch er warnt vor dem Wiedererstarken der Terrormiliz. Das mächtigste UN-Gremium sei „tief besorgt“ wegen des Risikos entflohener Dschihadisten, sagte der südafrikanische UN-Botschafter Jerry Matjila am Mittwoch in New York nach einer Sitzung des Sicherheitsrates. Südafrika steht dem Gremium im Oktober vor. Sorge habe man außerdem vor einer weiteren Verschlechterung der humanitären Lage im Nordosten des Bürgerkriegslandes.

          Die verlesene Erklärung nannte den Angriff der Türkei auf kurdische Truppen dabei nicht wörtlich. Deutschland hatte die Gespräche im Namen der fünf EU-Mitgliedsländer des Sicherheitsrates – neben Deutschland sind das Polen, Belgien, Frankreich und Großbritannien – beantragt. Zwar plädierten dabei der deutsche UN-Botschafter Christoph Heusgen sowie seine amerikanische Kollegin Kelly Craft auf ein Ende der Handlungen Ankaras, doch nach Angaben von Russlands Botschafter Wassili Nebensja hatte der gesamte Sicherheitsrat letztlich nicht darüber diskutiert, zusammen ein Ende der Militäraktion zu fordern. Zuletzt hatte das Thema am vergangenen Donnerstag auf der Tagesordnung gestanden.

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