https://www.faz.net/-gpf-9hw37

Kurden warnen vor Rückzug : IS-Kämpfer könnten in ihre Heimatländer fliehen

  • Aktualisiert am

Fluchtgefahr?: Ein 19 Jahre alter IS-Kämpfer vor einem kurdischen Gericht Bild: AP

Sollte durch den amerikanischen Abzug die Türkei die Kurden in Syrien angreifen, könnten IS-Kämpfer aus deren Gefängnissen entkommen. Und möglicherweise auch nach Deutschland zurückkehren.

          Nach der Ankündigung des amerikanischen Truppenabzugs aus Syrien warnen die Kurden vor einer möglichen Massenflucht von IS-Kämpfern. Ein türkischer Angriff und Chaos in dem Land könnten dazu führen, dass Tausende Dschihadisten aus Gefangenenlagern entkommen, sagte Abdel Karim Umar, ein Sprecher des Militärbündnisses Syrische Demokratische Kräfte (SDF), am Donnerstag. Diese Kämpfer könnten für deren Heimatländer zu einem „großen Problem“ werden. Pläne, die IS-Anhänger absichtlich freizulassen, gebe es jedoch nicht, sagte er.

          Die von der Kurdenmiliz YPG angeführten SDF haben im Norden und Osten Syriens große Teile des ehemaligen IS-Herrschaftsgebiets eingenommen. Ihre Gefangenenlager sind gefüllt mit IS-Kämpfern und deren Familien, darunter viele Ausländer, auch aus Deutschland.

          Die amerikanische Regierung hatte am Mittwoch überraschend den Truppenabzug aus Syrien verkündet und damit nach eigenen Angaben bereits begonnen. Damit könnte der Weg frei werden für eine neue Offensive, mit der die Türkei gedroht hat. Sie sieht in der YPG einen syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und bekämpft sie.

          Bislang ist die YPG in Syrien aber auch wichtigster Partner der Vereinigten Staaten im Kampf gegen den IS. Im Osten des Landes unterstützen Luftangriffe der Vereinigten Staaten eine Offensive auf eine der letzten IS-Bastionen Syriens.

          Weitere Themen

          Hooligans attackieren Schwule auf LGBT-Parade Video-Seite öffnen

          Homophobe Gewalt in Polen : Hooligans attackieren Schwule auf LGBT-Parade

          Während der ersten Gay-Pride-Parade in der polnischen Stadt Bialystok kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Hooligans und Ultranationalisten attackieren und beleidigten die Teilnehmer. Am Ende musste die Polizei einschreiten.

          Zwei Tanker und eine Retourkutsche

          Großbritannien und Iran : Zwei Tanker und eine Retourkutsche

          Kritiker werfen der Regierung in London vor, sie sei vom Machtkampf um die Nachfolge Mays abgelenkt. Tut sie zu wenig für die Sicherheit der britischen Schiffe im Persischen Golf?

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.