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Kurden warnen vor Rückzug : IS-Kämpfer könnten in ihre Heimatländer fliehen

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Fluchtgefahr?: Ein 19 Jahre alter IS-Kämpfer vor einem kurdischen Gericht Bild: AP

Sollte durch den amerikanischen Abzug die Türkei die Kurden in Syrien angreifen, könnten IS-Kämpfer aus deren Gefängnissen entkommen. Und möglicherweise auch nach Deutschland zurückkehren.

          Nach der Ankündigung des amerikanischen Truppenabzugs aus Syrien warnen die Kurden vor einer möglichen Massenflucht von IS-Kämpfern. Ein türkischer Angriff und Chaos in dem Land könnten dazu führen, dass Tausende Dschihadisten aus Gefangenenlagern entkommen, sagte Abdel Karim Umar, ein Sprecher des Militärbündnisses Syrische Demokratische Kräfte (SDF), am Donnerstag. Diese Kämpfer könnten für deren Heimatländer zu einem „großen Problem“ werden. Pläne, die IS-Anhänger absichtlich freizulassen, gebe es jedoch nicht, sagte er.

          Die von der Kurdenmiliz YPG angeführten SDF haben im Norden und Osten Syriens große Teile des ehemaligen IS-Herrschaftsgebiets eingenommen. Ihre Gefangenenlager sind gefüllt mit IS-Kämpfern und deren Familien, darunter viele Ausländer, auch aus Deutschland.

          Die amerikanische Regierung hatte am Mittwoch überraschend den Truppenabzug aus Syrien verkündet und damit nach eigenen Angaben bereits begonnen. Damit könnte der Weg frei werden für eine neue Offensive, mit der die Türkei gedroht hat. Sie sieht in der YPG einen syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und bekämpft sie.

          Bislang ist die YPG in Syrien aber auch wichtigster Partner der Vereinigten Staaten im Kampf gegen den IS. Im Osten des Landes unterstützen Luftangriffe der Vereinigten Staaten eine Offensive auf eine der letzten IS-Bastionen Syriens.

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