https://www.faz.net/-gpf-946pi

Möglicher Castro-Nachfolger : Der Sozialismus in Kuba soll so weitergehen

  • Aktualisiert am

Vielleicht der nächste Präsident Kubas: Miguel Díaz-Canel Bild: Reuters

In Kubas Führung steht ein Generationswechsel an: Doch statt Veränderungen will der aussichtsreichste Kandidat für das Präsidentenamt Miguel Díaz-Canel das Erbe der Castro-Brüder fortsetzen.

          1 Min.

          Der kubanische Vizepräsident und mögliche Nachfolger von Staatschef Raúl Castro hat die Kubaner auf die Fortführung des Sozialismus eingeschworen. „Ich empfinde keine Brüche in unserem Land. Vor allem brauchen wir Kontinuität“, sagte Miguel Díaz-Canel am Sonntag, nachdem er bei den Lokalwahlen seine Stimme abgegeben hatte.

          „Die kubanischen Präsidenten werden stets die Revolution verteidigen und es werden immer Kameraden sein, die aus dem Volk stammen und vom Volk gewählt werden“, antwortete er auf die Frage, ob er der künftige Präsident Kubas sei.

          In einem ersten Schritt auf dem Weg zur Ablösung von Staatschef Raúl Castro haben am Sonntag in Kuba Kommunalwahlen stattgefunden. Rund acht Millionen Stimmberechtigte waren zur Wahl von mehr als 12.500 Gemeinderäten aufgerufen. Die rund 30.000 Bewerber wurden per Handzeichen in den Stadtteilausschüssen bestimmt, Vertreter der Oppositio kamen auf diese Weise nicht zum Zug. Die Stichwahl ist eine Woche später.

          Mit dem komplizierten Prozess sichern sich die seit Jahrzehnten regierenden Kommunisten ihren Machterhalt. Auf die Kommunalwahl folgt Anfang des Jahres die Bestimmung der rund 600 Abgeordneten der Nationalversammlung, die wiederum die Mitglieder ihres Staatsrats wählen. Dieser bestimmt vermutlich im Februar den Nachfolger für den 86-jährigen Castro, der bereits seinen Verzicht auf ein weiteres Mandat verkündet hat.

          Präsident Raúl Castro hat angekündigt, im kommenden Februar als Präsident zurückzutreten. Offiziell wurde noch kein Nachfolger nominiert, es deutet aber alles darauf hin, dass Díaz-Canel an die Staatsspitze rückt.  Es wäre der erste Generationswechsel an Kubas Staatsspitze seit der Revolution im Jahr 1959.

          Allerdings wird er nicht über die gleiche Machtfülle wie sein Vorgänger verfügen, weil Castro voraussichtlich vorerst Generalsekretär der Kommunistischen Partei bleibt. Seine Amtszeit dauert noch bis 2021, er wäre dann 90 Jahre alt.

          Weitere Themen

          Laschet setzt alles auf Jamaika Video-Seite öffnen

          Neue Regierungsspitze : Laschet setzt alles auf Jamaika

          Kanzlerkandidat Armin Laschet sieht einen „persönlichen Anteil“ am schlechten Wahlergebnis der Union bei der Bundestagswahl. Dennoch setzt der CDU-Chef jetzt darauf, eine Jamaika-Koalition mit Grünen und FDP zu bilden.

          Der erstaunliche Erfolg der Sonstigen

          Kleine Parteien : Der erstaunliche Erfolg der Sonstigen

          Die Freien Wähler sind vor allem im CSU-Stammland erfolgreich. Die Querdenker-Partei feiert in Baden-Württemberg ihren größten Erfolg. Kleinstparteien gehen gestärkt aus der Bundestagswahl hervor.

          Topmeldungen

          Fanden im Eiltempo in der „NRW-Koalition“ zusammen: Christian Lindner (links) und Armin Laschet

          Mögliche Jamaika-Koalition : Was Laschet im Spiel hält

          Die Vorsitzenden von CDU und FDP kennen sich seit langem. Dass Laschet überhaupt noch auf das Kanzleramt hoffen darf, verdankt er Lindner. Oder will der FDP-Chef nur den Preis für ein Ampel-Bündnis hochhalten?
          Hubert Aiwanger, Bundesvorsitzender der Freien Wähler, kurz vor seiner Stimmabgabe am Sonntag

          Kleine Parteien : Der erstaunliche Erfolg der Sonstigen

          Die Freien Wähler sind vor allem im CSU-Stammland erfolgreich. Die Querdenker-Partei feiert in Baden-Württemberg ihren größten Erfolg. Kleinstparteien gehen gestärkt aus der Bundestagswahl hervor.
          „Besonnen und sehr verantwortungsbewusst“: Hessens Ministerpräsident wird von seinem Generalsekretär gelobt – derweil läuft die Diskussion, ob ihn das Abschneiden der CDU schwächt

          Nach der Wahl : Bouffiers Rolle löst Debatte aus

          Wie wirkt sich die Bundestagswahl auf Hessen aus? Die Diskussion der Gewinner und Verlierer verläuft kontrovers. Dabei steht nicht zuletzt der Ministerpräsident im Blickpunkt.
          Das Gemälde „Girl with balloon“ von Banksy schnitt ein eingebauter Schredder während einer Auktion in Streifen. Nun will Sotheby’s das Bild für 6 Millionen Pfund versteigern.

          Sotheby’s-Chefauktionator : „Wie hat Banksy das angestellt?“

          Als Chefauktionator von Sotheby’s versteigerte Oliver Barker das geschredderte Werk „Girl with balloon“ von Banksy. Im Interview erzählt er von der verrücktesten Versteigerung seines Lebens – und gibt Tipps zum Bilderkauf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.