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Kroatiens Ministerpräsident : „Zuwanderung ist derzeit kein Thema“

Kroatiens Ministerpräsident Andrej Plenković im Oktober 2019, als er für einen EU-Gipfel in Brüssel eintrifft. Bild: AFP

Kroatiens Bevölkerung schrumpft. Die jungen Menschen wandern ab, um sich wirtschaftlich zu verbessern. Trotzdem sei Zuwanderung kein Thema, sagt Ministerpräsident Andrej Plenković im Interview.

          4 Min.

          Herr Ministerpräsident, kaum ein Mitgliedstaat der EU hat eine so rasch schrumpfende Bevölkerung wie Kroatien. Ihre Regierung versucht, junge Menschen durch eine Reihe von Steuerbegünstigungen von der Abwanderung abzuhalten. Lässt sich schon absehen, ob diese Politik den gewünschten Erfolg hat?

          Michael Martens

          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Die Frage des Bevölkerungswachstums beschäftigt unsere Gesellschaft seit langem. In Kroatien sterben Jahr für Jahr etwa 15.000 Menschen mehr als geboren werden. Kroatien hatte 1991 etwa 4,7 Millionen Einwohner, jetzt sind es vier Millionen. Wir müssen versuchen, diese Tendenz zunächst zu verlangsamen und dann umzukehren. In meiner Regierung gibt es deshalb erstmals ein Ministerium für Demographie, Familie, Jugend und Soziales. Um dem Bevölkerungsschwund zu begegnen, haben wir das Mutterschafts- und Elterngeld erheblich angehoben und junge Menschen bis zum Alter von 25 Jahren gänzlich sowie im Alter zwischen 26 und 30 Jahren zu fünfzig Prozent von der Einkommensteuer befreit. Wir haben auch in Kindergärten, Schulen und Familienbeihilfen investiert und wollen die Menschen durch wohnungspolitische, verkehrstechnische und andere Maßnahmen ermutigen, mehr Kinder zu haben. Das ist ein Kern unserer Politik.

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