https://www.faz.net/-gpf-95nis

Kritik an Gabriel : Özdemir hätte Cavusoglu keinen Tee serviert

  • Aktualisiert am

Servile Geste oder Gebot der Gastfreundschaft? Sigmar Gabriel schenkt seinem türkischen Amtskollegen am Samstag in seinem Haus in Goslar Tee ein Bild: dpa

Es war eine Geste, die in der Türkei mit viel Spott kommentiert wurde: Beim Besuch des türkischen Außenministers in Goslar schenkte Sigmar Gabriel seinem Gast Tee ein. Das hätte er nicht getan, sagt Cem Özdemir – der gern Außenminister geworden wäre.

          1 Min.

          Der scheidende Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir hat das Auftreten von Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) beim Treffen mit seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu kritisiert. „Wenn ich Deutschland repräsentiert hätte, hätte ich sicherlich nicht mit einem türkischen Teeservice dem amtierenden türkischen Außenminister Tee serviert und mich dabei fotografieren lassen“, sagte Özdemir am Montag im ARD-Morgenmagazin. „Die Bildsprache bedeutet (...), dass quasi Deutschland die Türkei und den türkischen Außenminister bedient. Das ist der Außenminister eines Landes, das deutsche Staatsbürger willkürlich gefangen hält, ohne jeden Grund.“

          Gabriel hatte Cavusoglu am Samstag bei sich zu Hause im niedersächsischen Goslar empfangen. Anschließend wurde ein Bild von dem Treffen verbreitet, auf dem Gabriel seinem Kollegen im Wintergarten in gebeugter Haltung Tee serviert. Das Foto wurde von zahlreichen türkischen Medien veröffentlicht und beim Kurznachrichtendienst Twitter teils spöttisch kommentiert.

          In der Türkei sind weiterhin sieben Deutsche aus politischen Gründen inhaftiert, darunter der Journalist Deniz Yücel. Die Bundesregierung fordert ihre Freilassung. Gabriel hatte Cavusoglu vergangenes Jahr ungeachtet der deutsch-türkischen Spannungen in Antalya besucht, der Heimatregion des türkischen Außenministers. Schon in wenigen Wochen wollen die beiden sich abermals treffen – zum 150. Geburtstag der deutschen Schule in Istanbul.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Spazieren entlang der Wall Street: New Yorks junge Banker erhalten neuerdings ein höheres Einstiegsgehalt.

          Wall-Street-Gehälter : 100.000 Dollar und ein Peloton-Rad

          105 Stunden in der Woche, geringe Zufriedenheit, angeschlagene Gesundheit: Junge Wall-Street-Banker haben über ihre Arbeitsbedingungen geklagt. Jetzt versprechen die Banken Gehaltserhöhungen – und manchmal auch ungewöhnliche Geschenke.

          Explosion im Beiruter Hafen : Aufklärung unerwünscht

          Ein Jahr nach der Explosion im Hafen von Beirut hält Libanons politische Klasse zusammen: Niemand soll erfahren, wie es zu dem Desaster kam. Unterdessen türmt sich die nächste Katastrophe auf – Tag für Tag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.