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Krise in Katalonien : Auf Krawall gebürstet

Der katalanische Separatistenführer Puigdemont könnte auf das Angebot von Rajoy eingehen, eine Verfassungsreform ins Auge zu fassen. Dass er es nicht tut, zeigt, dass ihm derzeit nicht an einer Lösung gelegen ist.

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          Keine Antwort ist auch eine Antwort. So wollte der katalanische Separatistenführer Puigdemont verstanden werden, so hat ihn Ministerpräsident Rajoy verstanden. Doch nicht nur er. Zu den bemerkenswerten Vorkommnissen der vergangenen Tage zählt nämlich nicht nur die Verwirrung, die Puigdemont mit der nichterklärten Unabhängigkeitserklärung selbst in den eigenen Reihen gestiftet hat.

          Mindestens ebenso erstaunlich ist die Geschlossenheit, die Rajoys Volkspartei und die Sozialisten unter Pedro Sánchez gegenüber den Anmaßungen des Katalanen an den Tag legen. Selbstverständlich ist diese Eintracht nicht. Persönlich wie politisch liegen zwischen beiden Männern Welten. Doch ist es ein kaum zu unterschätzendes Zeichen, dass Sánchez die drohende Anwendung des Artikels 155 zur Wiederherstellung von Recht und Ordnung in Katalonien ebenso billigt wie Rajoy dem Begehren der PSOE zugestimmt hat, endlich eine Reform der fast vierzig Jahre alten Verfassung ins Auge zu fassen.

          An diesen Gesprächen könnte sich auch Puigdemont beteiligen – wenn er es wollte. Bislang will er nur Krawall.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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