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Krise in der Ukraine : Obama fordert Putin zum Truppenabzug auf

  • Aktualisiert am

Abflug nach Saudi-Arabien: Barack Obama geht an Bord der Air Force One am Flughafen Fiumicino in Rom - zuvor gab er noch ein Fernsehinterview Bild: AP

Der amerikanische Präsident hat Wladimir Putin zum Rückzug der an der Grenze zur Ukraine stationierten Soldaten aufgefordert. Im Interview mit dem Fernsehsender CBS warnt er den russischen Präsidenten vor einem „Rückfall in die Zeit des Kalten Krieges“.

          Der amerikanische Präsident Barack Obama hat Wladimir Putin zum Rückzug der an der Grenze zur Ukraine stationierten Soldaten aufgefordert. Um die Situation in der Region umgehend zu deeskalieren, müsse Russland „diese Truppen zurückziehen und direkte Verhandlungen mit der ukrainischen Regierung und mit der internationalen Gemeinschaft beginnen“, sagte Obama am Freitag im Interview des US-Senders CBS.

          Es sei möglich, dass Moskau unter dem Vorwand eines Manövers lediglich darauf ziele, die „Ukraine einzuschüchtern, aber es kann auch sein, dass sie weitergehende Pläne haben“, fügte Obama hinzu.

          Washington geht davon aus, dass rund 20.000 russische Soldaten nahe der Ostgrenze der Ukraine stationiert sind. Die ukrainische Regierung spricht sogar von „fast 100.000 Soldaten“. Moskau hatte Berichte über größere Truppenbewegungen hingegen dementiert.

          „Putin deutet die amerikanische Außenpolitik falsch“

          Obama bekräftigte, die Vereinigten Staaten hätten kein Interesse an einer Konfrontation oder „einer Eingrenzung Russlands“. Putin trauere offenbar der Sowjetunion nach und fühle sich durch den Westen ungerecht behandelt. Er warnte den russischen Präsidenten vor einem Rückfall in die Zeit des Kalten  Krieges. Er vermute, dass Putin die Politik des Westens komplett  missverstehe. „Auf jeden Fall deutet er die amerikanische  Außenpolitik falsch“, sagte Obama. Washington sei ausschließlich  daran interessiert, dass die Ukrainer selbst über ihr Leben  entscheiden dürften.

          Obama gab das Interview am Freitagvormittag kurz vor dem Ende seines Europa-Besuches in Rom und bevor er nach Saudi-Arabien zu einem Treffen mit König Abdullah weiterreiste. Das vollständige Gespräch soll in der Nacht zum Samstag ausgestrahlt werden.

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