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Explosionen : Hat die Ukraine Ziele auf der Krim angegriffen?

Während der Explosionen liegen Touristen am Strand. Bild: Reuters

Aus Kiew gibt es zwar Andeutungen, jedoch keine offizielle Bestätigung für einen etwaigen Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt. Lokale Behörden haben mittlerweile den Notstand ausgerufen.

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          Nach Explosionen auf einem russischen Luftwaffenstützpunkt auf der Krim ha­ben die lokalen Behörden den Notstand ausgerufen. Der benachbarte Badeort Nowofedoriwka sollte evakuiert und die Gasversorgung zweier Ortschaften abgestellt werden.

          Robert Putzbach
          Redakteur in der Politik

          Am Dienstag hatten sich auf dem Gelände des Stützpunkts zeitgleich mehrere gewaltige Ex­plo­sionen ereignet. Nach Angaben der russischen Besatzer auf der Krim wurde dabei eine Person getötet. Mindestens 14 Menschen wurden demnach verletzt.

          Später veröffentlichte Videos vom Ort des Geschehens zeigen verkohlte Fahrzeuge und einen ausgebrannten Bomber. Die ukrainische Luftwaffe gab am Mittwoch bekannt, dass mindestens zehn Flugzeuge zerstört wurden.

          „Die Krim ist ukrainisch“

          Von ukrainischer Seite gibt es bislang lediglich Andeutungen, jedoch keine offizielle Bestätigung für einen etwaigen Angriff. Bisher hatte die Ukraine keine Ziele auf der 2014 von Russland annektierten Krim beschossen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am Dienstagabend in einer Videoansprache: „Die Krim ist ukrainisch, und wir werden sie niemals auf­geben.“

          Bild: Christine Sieber

          Das russische Verteidigungsminis­terium gab kurz nach dem Vorfall be­kannt, die Ursache seien Verstöße gegen den Brandschutz gewesen. Margarita Simonjan, die Chefredakteurin des russischen Auslandssenders RT, schrieb dagegen auf Twitter, es habe sich vermutlich um Sabotage gehandelt.

          Das amerikanische Institute for the Study of War vermutet, die russische Führung wolle vor allem einen ukrainischen Angriff mit Ra­keten oder Marschflugkörpern nicht eingestehen, da dies die Schwäche der eigenen Luftabwehr offenbaren würde. Bereits nach dem Untergang des Flaggschiffs der russischen Schwarzmeerflotte im April hatte Mos­kau von einem Unfall gesprochen.

          Bei russischen Luftangriffen in der ost­ukrainischen Region Dnipropetrowsk sind nach ukrainischen Angaben 13 Zivilisten getötet worden. „Es war eine schreckliche Nacht“, schrieb Gouverneur Valentin Resnitschenko am Mittwoch auf  Telegram. Zwölf der Todesopfer wurden demnach im Dorf Marhanez gezählt, das gegenüber dem Atomkraftwerk in Saporischschja auf der an­deren Seite des Flusses Dnipro liegt. Die Außenminister der G-7-Staaten haben Moskau am Mittwoch aufgefordert, das Atomkraftwerk unverzüglich wieder der vollständigen Kontrolle der Ukraine zu unterstellen.

          Durch den südlichen Strang der Druschba-Pipeline floss am Mittwochnachmittag nach slowakischen Angaben wieder russisches Öl durch die Ukraine nach Europa. Zuvor hatte der russische Pipeline-Monopolist Transneft angekündigt, die Öllieferungen nach Ungarn, in die Slowakei und die Tschechische Republik wieder aufzunehmen. Die slowakische Gesellschaft Slovnaft und der Mutterkonzern MOL aus Ungarn hatten zuvor angeboten, die Transitgebühren für den Pipeline-Abschnitt durch die Ukraine zu übernehmen.

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