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Krim-Krise : Russen besetzen Militärbasis Belbek

  • Aktualisiert am

Russische Soldaten beim erstürmen des ukrainischen Luftwaffenstützpunktes Belbek Bild: REUTERS

Russische Truppen haben einen ukrainischen Luftwaffenstützpunkt gewaltsam besetzt. Amerika forderte Russland zu Gesprächen mit der Ukraine über die Sicherheit der ukrainischen Soldaten auf.

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          Washington hat Russland zu Gesprächen mit Kiew über die Sicherheit ukrainischer Soldaten auf der Krim aufgefordert. „Berichte über anhaltende Übergriffe gegen ukrainisches Militärpersonal und Einrichtungen zeigen, wie gefährlich die von Russland geschaffene Situation ist“, erklärte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates, Laura Lucas Magnuson, am Samstag in Washington. „Sie strafen auch Präsident (Wladimir) Putins Behauptung Lügen, Russlands militärische Intervention auf der Krim habe in diesem Teil der Ukraine mehr Sicherheit gebracht“, sagte Magnuson dem Sender CNN.

          Nach dem Anschluss der Krim hat Russland dort offiziell die militärische Kontrolle übernommen. Auf der von Kiew abtrünnigen Halbinsel wehe nun über 147 ukrainischen Militäreinrichtungen die russische Fahne, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Samstag mit. Außerdem habe die Schwarzmeerflotte bisher 54 von insgesamt 67 ukrainischen Schiffen übernommen.

          Nach Darstellung Moskaus wollen weniger als 2000 der mehr als 18.000 ukrainischen Soldaten die Halbinsel verlassen. Ukrainische Stützpunkte waren wochenlang von Bewaffneten in Uniformen ohne Hoheitsabzeichen umstellt gewesen. Nach einhelliger Meinung handelte es sich dabei um russische Soldaten, was Moskau indes stets dementierte.

          Am Samstagnachmittag stürmten Bewaffnete mit gepanzerten Fahrzeugen eine weitere ukrainische Luftwaffenbasis auf der Krim. Eines der Fahrzeuge durchbrach das Tor des Militärstützpunktes Belbek in der Nähe von Sewastopol, wo die russische Schwarzmeerflotte stationiert ist. Daraufhin stürmten Bewaffnete auf das Gelände, feuerten Schüsse in die Luft und hielten ukrainische Soldaten mit automatischen Gewehren in Schach, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete.

          Zuvor hatten rund 200 prorussische Demonstranten eine ukrainische Luftwaffenbasis in Nowofedorowka im Westen der Krim gestürmt. Ukrainische Militärangehörige verbarrikadierten sich zunächst in den Gebäuden der Basis, gaben nach Verhandlungen mit russischen Truppen aber dann auf und verließen die Basis.

          Besetzung: Russische Soldaten vor der Militäreinrichtung in Belbek Bilderstrecke

          Die russische Marine brachte auf der Krim auch das einzige ukrainische U-Boot in ihren Besitz. Die „Saporoschoje“ sei offiziell in die Schwarzmeerflotte aufgenommen worden, sagte der Kommandeur der russischen U-Boot-Kräfte, Anatoli Warotschkin, der Staatsagentur Ria Nowosti am Samstag. Etwa die Hälfte der 78 Mann Besatzung wolle in der russischen Marine dienen.

          Die übrigen Soldaten hätten das U-Boot verlassen. Der ukrainische 5. Kanal hatte zuvor berichtet, russische Schiffe hätten die „Saporoschje“ in der Strelezki-Bucht bei Sewastopol umzingelt und mit dem Abwurf von Blendgranaten zur Aufgabe gezwungen. Bereits am Donnerstag hatten russische Marinekräfte drei ukrainische Korvetten auf der Krim besetzt.

          Erler warnt vor neuem Kalten Krieg

          Der Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-russischen Beziehungen, Gernot Erler (SPD), warnte derweil vor einem neuen Kalten Krieg. Sollte Russland versuchen, „die Ukraine weiter zu destabilisieren, weitere Teile herauszutrennen und in die Russische Föderation zu bringen“, wäre dies eine „Konfliktansage“, die eine „Eskalation von wirtschaftlich wirksamen Sanktionen“ auslösen könne, sagte Erler am Samstag im Rundfunk Berlin-Brandenburg. „Wenn das an diesen Bereich geht und wir dann vielleicht noch über Nato-Erweiterung reden, dann sind wir im Modus des Kalten Kriegs“, fügte er hinzu. Dies zu verhindern, hänge vor allem von Russland ab.

          Zu einer für Sonntag geplanten Reise nach Moskau sagte Erler, es sei nicht schwierig gewesen, dort Gesprächstermine zu vereinbaren.  Die russische Seite zeige sich gesprächsbereit. „Das ist wichtig, das muss man nutzen, und natürlich fahre ich dort mit dem Gefühl hin, dass es eine der schwierigsten Reisen ist, die ich je in dieses Land gemacht habe“, sagte Erler.

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