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Krim-Krise : Putins Heimatfront

Die Krim-Krise ist eine weitere Bestätigung der Erkenntnis, sowjetische Friedensrhetorik mit Vorsicht zu genießen: Ein Regime, das systematisch die Rechte seiner Bürger missachtet, ist auch eine Gefahr für seine Nachbarn.

          Das läuft ja wie am Schnürchen: Wladimir Putin warnt vor der fünften Kolonne des bösen Westens, und schon zwei Tage später wird deren „Speerspitze“ vom Gasprom-Haussender NTW enttarnt und entlarvt.

          Der nächste bitte: In Moskau malen sich Kreml-Kritiker schon in düsteren Farben aus, wie Putins erfolgreiche Krim-Offensive an der Heimatfront weitergeführt wird. Demnächst vielleicht als Kampf gegen Separatismus?

          Schließlich ist es in Russland verboten, die Einheit des Landes in Frage zu stellen. Laut oder auch nur klammheimlich geäußerte Zweifel daran, ob der Anschluss der Krim an Russland so ganz in Ordnung war, fallen sicher unter dieses Gesetz.

          Die Krim-Krise ist eine weitere Bestätigung der Erkenntnis, mit der einst antikommunistische Dissidenten ihre Freunde im Westen vor der sowjetischen Friedensrhetorik warnten: Ein Regime, das systematisch die Rechte seiner Bürger missachtet, ist auch eine Gefahr für seine Nachbarn. Und umgekehrt: Eine Regime, das aggressiv nach außen ist, ist es auch im Inneren.

          Reinhard Veser

          Redakteur in der Politik.

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