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Krim-Krise : Kerry droht Lawrow mit „schärferer Antwort“

Ein diplomatischer Handschlag, aber keine „greifbaren Ergebnisse“: Die Außenminister Lawrow und Kerry an diesem Freitag in London Bild: dpa

Die Gespräche zwischen den Außenministern Russlands und der Vereinigten Staaten sind ergebnislos verlaufen. Lawrow bezeichnet die geplanten Sanktionen als „kontraproduktive Instrumente“. Sein amerikanischer Amtskollege ist tief besorgt.

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          Ein Krisengespräch über das für Sonntag geplante Referendum auf der Krim zwischen den Außenministern der Vereinigten Staaten und Russlands, John Kerry und Sergej Lawrow, ist am Freitagabend ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen. Lawrow sagte nach dem Treffen, man habe „keine gemeinsame Sicht der Dinge“. Die Differenzen blieben bestehen. Russland werde „den Willen des Krim-Volkes respektieren“.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Direkte Gespräche zwischen Moskau und Kiew bezeichnete er als „falschen Ansatz“. Sanktionen gegen Russland nannte er „kontraproduktive Instrumente“, die die Lage nicht verbessern würden. Kerry bekräftigte, dass der Westen das Referendum als „illegitim“ ansehe und äußerte sich „tief besorgt“ über die Entsendung russischer Truppen in die Region. Sollte das weitere Vorgehen Russlands die Lage in der Ukraine weiter verschärfen, gebe es eine „entsprechend schärfere Antwort“, sagte er nach der sechs Stunden dauernden Begegnung.

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          Die Vereinigten Staaten und die EU wollen am Montag weitere Sanktionen beschließen. Brüssel hat nach Berichten von Nachrichtenagenturen eine Liste Dutzender einflussreicher Russen zusammengestellt, die für Einreiseverbote in Frage kämen. Dazu gehören neben Militärangehörigen und Politikern auch Unternehmenschefs. Die Entscheidung, wer mit Sanktionen belegt wird, wollen die EU-Außenminister am Montag treffen.

          Diplomatie ohne große Hoffnung

          Offenbar war Kerry ohne große Hoffnung, das Krim-Referendum noch verhindern zu können, nach London gereist. Auf die Frage, was von dem Treffen zu erwarten sei, hatte ein hoher Regierungsmitarbeiter das Referendum über einen Anschluss der Krim an Russland nicht mehr erwähnt. „Was wir gerne sehen würden, ist die Zusage, dass keine neue Fakten am Boden geschaffen werden und eine Zusage, den Konflikt ernsthaft zu deeskalieren, also die russischen Soldaten in die Kasernen zurückzubeordern.“

          Moskau drohte derweil abermals damit, in der Ukraine auch außerhalb der Krim einzugreifen, um Russen zu „schützen“. Das teilte das Außenministerium mit, nachdem in der ostukrainischen Stadt Donezk bei Zusammenstößen zwischen proukrainischen und prorussischen Demonstranten am Donnerstagabend mindestens ein Mann ums Leben gekommen war. „Die Menschen, die sich selbst ukrainische Behörden nennen“, seien für den Tod des Mannes verantwortlich, teilte das Außenministerium mit. Kiew habe die Lage im Land nicht unter Kontrolle. Nach Presseberichten war die Gewalt von den prorussischen Demonstranten ausgegangen.

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