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Kriegsverbrechen in Sudan : Strafgerichtshof: Erster Prozess wegen Verbrechen in Darfur eröffnet

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Grausamkeiten in Darfur: Dem angeklagten Ali Muhammad Ali Abd-Al-Rahman drohen bis zu 30 Jahre Haft. Bild: AFP

In Den Haag ist ein Prozess gegen einen Anführer der Dschandschawid-Milizen eröffnet worden, die viele Massaker in der Region Darfur in Sudan verübten. Der Angeklagte erklärte sich für unschuldig.

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          Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat erstmals einen Prozess wegen schwerer Verbrechen in der sudanesischen Krisenregion Darfur begonnen. Der mutmaßliche Anführer der berüchtigten Dschandschawid-Milizen, Ali Muhammad Ali Abd-Al-Rahman, erklärte sich am Dienstag für unschuldig. „Ich bin unschuldig in allen Anklagepunkten“, sagte er bei Prozess-Auftakt. Dem etwa 73 Jahre alten Mann werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen vorgeworfen.

          Laut Anklage führte Abd-Al-Rahman, auch bekannt unter dem Namen Ali Kushayb, zwischen 2003 und 2004 das Kommando über Tausende Dschandschawid-Kämpfer, eine vom damaligen sudanesischen Regime unterstützte Miliz. Als Anführer soll er unter anderem für Mord, Vergewaltigung, Folter, Plünderung und Angriffe auf die Zivilbevölkerung verantwortlich sein. Bei einer Verurteilung droht ihm eine Haftstrafe von bis zu 30 Jahren. Ein Urteil wird erst in einigen Jahren erwartet.

          Darfur im Westen Sudans wird seit rund 20 Jahren von Macht- und Verteilungskonflikten erschüttert. Bei einem Völkermord wurden zwischen 2003 und 2008 Schätzungen zufolge 300.000 Menschen getötet. Der Strafgerichtshof eröffnete 2005 Ermittlungen und erließ Haftbefehle wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen gegen mehrere Männer, darunter der frühere Präsident Omar al-Baschir. Abd-Al-Rahman, der sich 2020 selbst der Justiz stellte, ist der erste Beschuldigte, dem der Prozess gemacht wird.

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