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Bericht über Kriegsverbrechen : Ein Tag der Schande für Australien

Wendet sich mit einer Entschuldigung an das afghanische Volk: der Oberbefehlshaber der australischen Streitkräfte, Angus Campbell Bild: EPA

Australien war immer stolz auf seine Soldaten. Die Untersuchung mutmaßlicher Kriegsverbrechen von Elitesoldaten in Afghanistan macht brutale Praktiken öffentlich. Unbewaffnete Gefangene zu erschießen, war wohl ein gängiges Initiationsritual.

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          Das Helmkamera-Video, das im März dieses Jahres erstmals von der australischen Investigativ-Sendung „Four Corners“ gezeigt worden ist, beginnt mit Aufnahmen aus einem Militärhubschrauber, der in einem üppigen Getreidefeld landet. Das Bilddokument ist aus der Perspektive eines Hundeführers aufgenommen, der mit einem kleinen Trupp australischer Soldaten aus dem Hubschrauber springt und durch das Feld zieht.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Lange, grüne Getreideähren biegen sich unter den Schritten der Elitesoldaten. Die Hubschrauber über ihnen machen die Australier auf einen Anwohner aufmerksam, der in dem Feld unterwegs ist. Der Hund folgt dem Mann, der sich in dem Feld auf den Boden fallen lässt. Ein Soldat stellt den jungen Mann, der vor ihm auf der Erde liegt. Der Afghane ist offensichtlich unbewaffnet. Der Australier richtet sein Gewehr auf ihn. Seine Vorgesetzten fragt er per Zuruf, ob er „das Arschloch“ nun „abknallen“ solle. Aus nächster Nähe gibt er dann drei Schüsse auf den Mann ab.

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