https://www.faz.net/-gpf-afbdl

Abzug aus Afghanistan : Der letzte amerikanische Soldat

  • -Aktualisiert am

Der letzte amerikanische Soldat: Generalmajor Chris Donahue in der Nacht auf Dienstag beim Abflug aus Kabul Bild: U. S. Army/Reuters

Die Vereinigten Staaten beenden nach 20 Jahren ihren längsten Krieg. Am Ende müssen die Amerikaner sogar eigenes militärisches Gerät zerstören – und Landsleute zurücklassen.

          4 Min.

          Chris Donahue blickt ernst und erschöpft. Der Generalmajor trägt sein Sturmgewehr in der rechten Hand und ist dabei, das C-17-Transportflugzeug zu betreten. Hinter ihm ist ein Hangar des „Hamid Karzai International Airport“ zu sehen. Das grünliche Foto wurde von einer Nachtsichtkamera auf dem Flughafen von Kabul aufgenommen. Es erinnert an eine Aufnahme, die das Pentagon zu Beginn der Operation im Jahr 2001 veröffentlichte. Donahue, Kommandeur der 82. Luftlandedivision, verlässt als letzter amerikanischer Soldat Afghanistan. Am Montagabend, eine Minute vor Mitternacht, hebt die C-17 ab. Nach 20 Jahren ist Amerikas längster Krieg zu Ende.

          Majid Sattar
          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Donahue, der letzte von 775.000 amerikanischen Soldaten, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten am Hindukusch im Einsatz waren, war erst Mitte August nach Kabul beordert worden. Seine Einheit sollte helfen, nach der Machtübernahme der Taliban den Flughafen, die letzte Stellung der Amerikaner, zu sichern. Wieder einmal bewahrheitete sich das alte Soldatensprichwort: Wenn der Präsident den Notruf 911 wählt, klingelt in Fort Bragg das Telefon. Fort Bragg in North Carolina ist Heimat der 82. Luftlandedivision – und einer der größten Militärstandorte der Welt.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Rangierbahnhof in Maschen

          Güterverkehr : Auf der Schiene herrscht das Chaos

          Mehr Güter von der Straße auf die Gleise – das will die Politik. Derzeit jedoch bremsen Baustellen und Betriebsstörungen die Bahnen aus. Wer ist Schuld?