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Krieg um Nagornyj Karabach : Kein Frieden an der Grenze

„Willkommen zurück, Held!“: Arman Verdyan wird Ende Juli in Sotk von seiner Familie empfangen. Bild: Antoni Lallican

Fast neun Monate nach Ende des Krieges um Nagornyj Karabach ist die Lage immer noch angespannt. Vor allem die Menschen, die an der Kontaktlinie leben, bangen.

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          Der weiße Opel Astra rast laut hupend über den Schotterweg. Die Verwandtschaft eilt aus dem Haus, der Wagen kommt knirschend vor der Gruppe zum Stehen. Kurz ist es still, dann steigt ein junger Mann in Militäruniform aus dem Wagen. In der Hand hat er einen Blumenstrauß. Ein Junge spritzt aus einer Champagnerflasche eine Fontäne in die Luft, während der Soldat seine weinende Mutter umarmt. Eine Zeit lang stehen sie umschlungen da. Arman Verdyan hat seinen Militärdienst und einen grausamen Krieg überlebt. Mehr als anderthalb Jahre hat der Zwanzigjährige seine Familie nicht gesehen. An der Front gab es keinen Empfang, manchmal konnte er wochenlang nicht mit seiner Mutter sprechen.

          Robert Putzbach
          Redakteur in der Politik

          Der 44 Tage andauernde Krieg um das seit Anfang der Neunzigerjahre von Aserbaidschan abtrünnige, von Armenien kontrollierte Nagornyj Karabach, den Arman Verdyan erlebt hat, hat im vergangenen Herbst mindestens 6900 Menschen das Leben gekostet. Fast neun Monate nach seinem Ende ist die Lage entlang der gesamten Grenze immer noch angespannt. Täglich vermeldet das armenische Verteidigungsministerium abgeschossene Drohnen, Feuergefechte und eigene Opfer.

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