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Krieg in Syrien : Rebellen in Aleppo enthaupten angeblich Jungen

  • Aktualisiert am

Eine zerstörte Straße in Aleppo Bild: dpa

Rebellen sollen in Aleppo einen Minderjährigen enthauptet und die Tat gefilmt haben. Die Führung der Rebellengruppe erklärte, alle Beteiligte seien festgenommen worden. Der Vorfall beschäftigt nun auch die amerikanische Regierung.

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          Kämpfer einer Rebellengruppe haben in der nordsyrischen Stadt Aleppo laut Aktivisten einen Jungen enthauptet und die Tat gefilmt. Die Anhänger der Miliz Nur al-Din al-Senki hätten ihr Opfer bezichtigt, für die regimetreue palästinensische Gruppe Liwa al-Kuds gekämpft zu haben, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch.

          Die Führung der Rebellengruppe Nur al-Din al-Senki, die in der Vergangenheit auch Unterstützung Amerikas erhalten hatte, distanzierte sich von der Tat und kündigte eine Untersuchung an.

          Im Internet kursierten zwei Videos, die die blutige Tat zeigen sollen. Darin ist zu sehen, wie ein Mann dem Jungen auf der Ladefläche eines Pick-ups den Kopf abtrennt. Andere Kämpfer der Miliz lachen dabei. Liwa al-Kuds erklärte, bei dem Opfer habe es sich um einen zwölf Jahre alten Palästinenser gehandelt. Er sei kein Kämpfer gewesen, sondern ein krankes Kind aus einer armen Familie.

          Die Führung der Rebellengruppe erklärte über Twitter: „Solche Misshandlungen sind individuelle Fehler, die weder unser typisches Verhalten noch unsere generelle Politik repräsentieren.“ Alle Beteiligten seien festgenommen und einem Komitee übergeben worden, das den Fall untersuche. Es solle so schnell wie möglich ein Urteil gesprochen werden.

          Das Außenministerium sprach von einem „entsetzlichen Bericht“. Die amerikanische Regierung bemühe sich um weitere Informationen zu dem Vorfall. In der Vergangenheit hatte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mehrfach Videos veröffentlicht, die zeigen, wie die Extremisten Gefangene enthaupten. Unter den Opfern waren auch mehrere Journalisten.

          Syrien : Regierungstruppen riegeln Rebellengebiete in Aleppo ab

          Nach Ansicht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International ist die Tat ein weiteres „abscheuliches Signal“ dafür, dass einige bewaffnete Gruppen im syrischen Bürgerkrieg straflos Misshandlungen begingen. Bereits vor zwei Wochen hatte Amnesty Rebellengruppen brutale Gewalt und Verstöße gegen das Völkerrecht vorgeworfen. Dabei führte die Organisation auch die Miliz Nur ad-Din al-Senki auf.

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