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Krieg in Syrien : Assad droht Amerikas Verbündeten mit Angriffen

  • Aktualisiert am

Syriens Machthaber Assad in seinem Palast in Damaskus im Interview mit einem Reporter des Fernsehsenders Russia Today. Bild: EPA

In einem Interview mit einem russischen Fernsehsender gibt sich Syriens Diktator nach seinen jüngsten militärischen Erfolgen selbstbewusst. Den Amerikanern und ihren Verbündeten droht Assad.

          Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat den Verbündeten der Amerikaner im Bürgerkriegsland mit Angriffen gedroht. Die erste Option im Umgang mit den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) seien Verhandlungen, sagte Assad in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview mit dem Sender Russia Today. Sollte ein friedliches Zusammenleben aller Syrer aber nicht möglich sein, „dann werden wir alle diese Gebiete (der SDF) mit Gewalt befreien“.

          Die SDF werden von der Kurdenmiliz YPG dominiert und kontrollieren im Norden und Osten Syriens große Gebiete. Sie sind in dem Bürgerkriegsland der wichtigste Verbündete der von Washington geführten internationalen Koalition im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). In den vergangenen Monaten war es aber auch zu Zusammenstößen mit regierungstreuen Truppen gekommen.

          Assad warf zugleich Israel vor, das Land sei in Panik geraten, weil es seine terroristischen Verbündeten in Syrien wie den dortigen Al-Qaida-Ableger verliere. Nach den israelischen Angriffen gebe es für Syrien nur die Wahlmöglichkeit, die Luftabwehr zu stärken: „Wir sind dabei, das zu machen“, sagte Assad weiter.

          Der syrische Machthaber wies den Vorwurf zurück, in Syrien seien iranischen Truppen im Einsatz. „Wir haben keine iranischen Truppen“, sagte Assad. „Wir haben iranische Offiziere, die der syrischen Armee helfen.“ Die israelische Armee hatte in den vergangenen Monaten mehrfach Ziele in Syrien bombardiert. Die Angriffe richteten sich nach Ansicht von Beobachtern vor allem gegen iranische und vom Iran unterstützte Truppen wie die libanesische Miliz Hizbullah.

           Assad forderte die Vereinigten Staaten auf, Lehren aus dem Irakkonflikt zu ziehen und ihre Truppen aus Syrien zurückzuholen. „Sie sind ohne rechtliche Grundlage in Irak eingedrungen und schauen Sie, was daraus wurde. Sie müssen die Lehren daraus ziehen. Irak ist keine Ausnahme, und Syrien ist keine Ausnahme. Die Völker der Region werden keine ausländische Einmischung mehr akzeptieren. Dies ist unser Land, und es zu befreien ist unser Recht und unsere Pflicht“, sagte Assad. „Die Amerikaner müssen gehen, und früher oder später werden sie gehen.“

          Auf Trumps Bemerkung angesprochen, Assad sei ein Tier, sagte dieser, er verwende solch eine Sprache nicht. Es gebe ein bekanntes Prinzip: „Du bist, was du sagst.“

          Trump hatte sich in dieser Weise nach Berichten über einen mutmaßlichen syrischen Giftgasangriff in Ghouta geäußert. Assad bestritt abermals diesen Vorwurf. Man müsse sich fragen, in wessen Interesse solch ein Giftgaseinsatz läge, da die syrischen Truppen in Ghouta schon gesiegt hätten. Außerdem habe Syrien keine Chemiewaffen und würde sie nicht gegen das eigene Volk einsetzen.

          Der Westen reagierte auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Ghouta mit Luftangriffen. Assad verwies darauf, dass man in Syrien einem direkten Konflikt zwischen den Atommächten Russland und Amerika„sehr nahe gekommen“ sei. Glücklicherweise sei dies vermieden worden, „aber nicht wegen der Weisheit der amerikanischen Führung, sondern dank der Weisheit Russlands“.

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