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Krieg in Ostkongo : Immer mehr Rebellen beteiligt

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Tutsi-General Laurent Nkunda Bild: AP

Während die Waffenruhe in der ostkongolesische Provinzhauptstadt Goma hält, dauern weiter nördlich die Kämpfe zwischen den Mai-Mai-Milizen und den Rebellen des abtrünnigen Generals Nkunda an

          Nach Angaben der UN-Friedenstruppen lieferten sich die Tutsi-Rebellen General Laurent Nkundas und Kämpfer der Mai-Mai-Miliz in der Provinz Nordkivu den zweiten Tag in Folge heftige Gefechte. Die gegenwärtig regierungstreuen Mai-Mai-Miliz hatte sich bisher kaum an den Kämpfen beteiligt. Beide Seiten beschossen sich demnach nahe der Stadt Rutshuru mit Maschinengewehren, Granatwerfern und Panzerfäusten. UN-Blauhelmsoldaten versuchten zunächst vergeblich, die Lage in der 70 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Goma gelegenen Gegend zu beruhigen.

          Ein Sprecher Nkundas machte die kongolesische Armee für das Wiederaufflammen der Kämpfe am Dienstag verantwortlich, da sie die Milizen unterstütze. Das Militär wies die Vorwürfe zurück. Die Rebellen teilten mit, sie würden dennoch an dem vor einer Woche ausgerufenen Waffenstillstand festhalten. „Ja, die Feuerpause wird weiter eingehalten“, bestätigte Nkunda in einem Telefoninterview. Zuvor hatte er mit einem Marsch auf die Hauptstadt Kinshasa gedroht, falls Präsident Kabila das Verhandlungsangebot der Rebellen nicht annehme.

          Friedensgespräche in Nairobi geplant

          Unterdessen reiste der kongolesische Ministerpräsident Adolphe Muzito durch die Region, um sich über die Lage von rund einer Viertelmillion Flüchtlingen zu informieren. In Goma und ruhigeren Teilen Nordkivus begannen Hilfsorganisationen unterdessen Nahrungsmittel zu verteilen. Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) versorgte in Goma mehr als 130 000 Flüchtlinge. Wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf mitteilte, sollen zudem in der Region Kibati 365 Tonnen Lebensmittel verteilt werden. Damit könnten 65 000 Menschen zehn Tage überleben. Der Chef der IKRK-Delegation in Kongo, Max Hadorn, bezeichnete die humanitäre Situation als "entsetzlich".

          Wegen der Lage im Osten Kongos wollen sich die zentralafrikanischen Staats- und Regierungschefs nach Angaben Kenias am Freitag in Nairobi treffen. Daran teilnehmen sollen auch Kabila und der ruandische Präsident Kagame. Beide gelten als Schlüsselfiguren für die Beilegung des Konflikts. Nach kenianischen Angaben nehmen auch die Präsidenten Kenias, Ugandas, Tansanias und Südafrikas sowie Vertreter der Afrikanischen Union (AU) und der Vereinten Nationen an dem Treffen teil. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und Vertreter einiger westlicher Länder seien eingeladen.

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