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Krieg in Libyen : Trump telefoniert mit General Haftar

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Kämpfer von General Haftar beim Angriff auf Tripolis: Mit seiner Unterstützung für den Rebellenführer gefährdet Donald Trump den UN-Friedensplan für Libyen. Bild: AFP

In dem Gespräch betont Trump die wichtige Rolle des Generals im Kampf gegen Terror und bei der Sicherung der libyschen Ölvorkommen. Durch seinen Zuspruch wird eine ausländische Intervention in dem Bürgerkriegsland wahrscheinlicher.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat mit dem abtrünnigen libyschen General Chalifa Haftar telefoniert, der derzeit mit einer Offensive gegen die international anerkannte Regierung in Tripolis vorgeht. Trump habe dabei die wichtige Rolle Haftars im Kampf gegen Terror und bei der Sicherung der libyschen Ölvorkommen betont, teilte das Weiße Haus am Freitag mit. Zudem hätten beide über eine gemeinsame Vorstellung zum Übergang Libyens in ein stabiles und demokratisches System diskutiert. Das Telefonat sei bereits am Montag geführt worden. Warum die US-Regierung dies erst am Freitag mitteilte, blieb offen.

          In Libyen herrscht seit dem Sturz des Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Die Regierung von Ministerpräsident Fajes al-Sarradsch in Tripolis ist schwach und hat weite Teile des Landes nicht unter Kontrolle. Haftar will mit den Kämpfern seiner „Libyschen Nationalarme“e (LNA) die Sarradsch-Regierung stürzen. Der General wird nach Angaben von EU-Diplomaten von Russland, Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien unterstützt.

          Haftar hatte am 4. April eine Offensive der LNA auf die Hauptstadt Tripolis gestartet. Bei heftigen Gefechten wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit Beginn der Offensive auf Tripolis bereits mindestens 205 Menschen getötet und mehr als 900 weitere verletzt. Mehr als 25.000 Menschen befinden sich nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) auf der Flucht.

          UN-Friedensplan für Libyen in Gefahr

          Die Bundesregierung und die EU haben ein Ende der Kämpfe gefordert. Ein UN-Friedensplan für das zerrissene nordafrikanische Land ist durch den Vormarsch Haftars in Gefahr. Libyen ist ein wichtiges Transitland für Flüchtlinge, die Europa erreichen wollen.

          Der Experte Jalel Harchaoui vom Clingendael Institut für internationale Beziehungen in Den Haag sagte, Trumps Telefonat sei als Unterstützung für Haftar zu verstehen. Das wiederum schaffe ein Umfeld, welches eine militärische Intervention ausländischer Staaten, etwa von Ägypten, wahrscheinlicher mache. Ein Grund für Trumps Anruf sei, dass sich Haftars Armee als weniger stark erwiesen habe als von diesem selbst erklärt.

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