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Krieg in Libyen : Der unheilvolle Sog von Tripolis

Südlich von Tripolis steigt nach einem Luftschlag hinter einem Panzer der Streitkräfte der libyschen Übergangsregierung eine Rauchsäule auf. Bild: AFP

Der Krieg um die libysche Hauptstadt Tripolis lockt immer mehr zwielichtige Milizkommandeure an. Es wird schon wieder die Saat für einen neuen Konflikt gesät.

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          Als „Ritter des Widerstands“ hat General Salem Dscheha die Menschen in der libyschen Hauptstadt gefeiert. „Tripolis wird nicht fallen“, verkündete der stellvertretende Generalstabschef der unter UN-Vermittlung eingesetzten „Regierung der Nationalen Übereinkunft“ vor wenigen Tagen in einer Fernsehansprache. Darin pries er die Tapferkeit, Standhaftigkeit und Ehre der Bewohner der libyschen Hauptstadt.

          Christoph Ehrhardt

          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Die Bilder aus dem Kampfgebiet, die am Wochenende kursierten, zeugten von anderen Gefühlswelten. Sie zeigten verängstigte Menschen, die sich in Kleinbusse und Autos zwängen, um vor den Gefechten zu fliehen. Die Zahl der von den Vereinten Nationen registrierten Vertriebenen steigt stetig, mehr als 13.000 waren es am Sonntag. Die Zahl dürfte weiter steigen, denn die Gegenregierung im Osten unter dem Armeechef Chalifa Haftar zeigte sich entschlossen, ihren Feldzug unter dem Vorwand der „Terrorbekämpfung“ fortzusetzen. Sie hat noch einmal mit einem Aufruf an ihre Leute appelliert, sich der sogenannten Libyschen Nationalen Armee (LNA) anzuschließen, ferner erließ sie Haftbefehle gegen führende Köpfe der Übereinkunftsregierung – deren Chef Fajez Sarradsch eingeschlossen.

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