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Kommentar zum Krieg in Jemen : Größte Katastrophe der Gegenwart

Ein Junge sucht in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa nach frischem Wasser. Bild: dpa

Schon lange verzweifeln die Vereinten Nationen am verheerenden Krieg im Jemen. Nun dringen auch die Vereinigten Staaten auf Friedensgespräche. Vor dem Ende steht der Konflikt aber noch lange nicht.

          Erst seit der Ermordung des saudischen Dissidenten Jamal Khashoggi unterstützen die Vereinigten Staaten den saudischen Krieg gegen die Houthi-Rebellen nicht mehr blind. Dabei bezeichnen die Vereinten Nationen diesen Krieg schon lange als die größte Katastrophe der Gegenwart. Washington dringt nun auf Friedensgespräche noch im November. Es ist zu hoffen, dass sie erfolgreicher verlaufen als frühere Friedensbemühungen, die immer wieder gescheitert sind, zuletzt im September. Die Chancen stehen dieses Mal besser, aber nicht gut.

          Denn Saudi-Arabien, das amerikanische Präzisionswaffen einsetzt, will an seiner Grenze keine pro-iranische Macht dulden, zumal in dem Gebiet, das die Houthi kontrollieren, bedeutende Ölfelder vermutet werden. Zudem haben sich die Houthi bislang allen Gesprächen widersetzt, weil sie fürchten, ihre bestimmende Rolle zu verlieren. Die UN-Vermittler könnten die Saudis zu einer Einstellung der Bombardierungen bewegen, auf die Houthi aber haben sie kaum Einfluss. Der verheerende Krieg im Jemen steht noch immer nicht vor dem Ende.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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