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Krieg gegen die Ukraine : Chinas Rücksicht auf den Juniorpartner Russland

Der chinesische Außenminister Wang Yi am 28. Februar in Shanghai Bild: AP

Peking stellt sich gern als Friedensstifter dar – offiziell bezeichnet es seine Haltung als neutral. Doch bei aller Wortakrobatik steht fest: China hält weiter zum Aggressor Russland.

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          Wenn Chinas Außenministerium den Inhalt von Telefonaten wiedergibt, weicht es nicht selten davon ab, was die Gesprächspartner tatsächlich gesagt haben. So schien es auch am Dienstagabend zu sein, nachdem Außenminister Wang Yi mit seinem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba telefoniert hatte. Peking teilte mit, Kuleba habe gesagt, die Ukraine hoffe auf „Chinas Vermittlungsbemühungen für einen Waffenstillstand“. Das ukrainische Außenministerium gab hingegen bekannt, Kuleba habe China aufgefordert, seinen Einfluss auf Moskau zu nutzen, um der russischen Invasion Einhalt zu gebieten. Es ist nur ein Beispiel für die Wortakrobatik, mit der Peking derzeit versucht, sich als Friedensstifter darzustellen, ohne seine Unterstützung für den Aggressor Russland aufzugeben.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          China weigert sich weiterhin, die Invasion zu verurteilen oder auch nur beim Namen zu nennen. Es lehnt Sanktionen gegen Russland ab und übernimmt zen­trale Narrative Moskaus: Ursache des Krieges sei die NATO-Erweiterung. Russlands „legitime“ Sicherheitsbedürfnisse müssten respektiert werden. Die russische Armee greife „Anlagen“ mit „hochpräzisen Waffen“ an.

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