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Unmut über Kreuzfahrtschiffe : Barcelona hat genug

Das Terminal für Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Barcelona Bild: Bloomberg

Viele Einheimische in Barcelona empfinden die Touristenflut als Plage. Die Forderung nach einer Obergrenze für Urlauber wird lauter. Der Unmut richtet sich vor allem gegen die Kreuzfahrtschiffe.

          6 Min.

          Einfach loslaufen geht nicht mehr. Fremdenführer müssen in Barcelona künftig erst einmal den neuen Stadtplan konsultieren. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Herz der Altstadt kommen Gruppen nur noch über ein Dutzend Einbahnstraßen. Sie dürfen auch nicht überall stehen bleiben. Im Go­tischen Viertel mit dem Sant-Jaume-Platz, dem Rathaus und dem Regierungspalast sind es maximal acht Gruppen, vor der moder­nistischen Fassade des Palau de la Música ist es nur noch eine Gruppe. Höchstens 15 Besucher auf einmal sind er­laubt, Lautsprecher sind verboten. Mit dem neuen Dekret will die Stadtverwaltung versuchen, den Kollaps in den engen Gassen zu verhindern.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Barcelona versucht, den Strom der Touristen zu bändigen, der nach zwei Jahren Pandemiepause über die Stadt hereingebrochen ist. „Das hat uns alle überwältigt. In der Semana Santa ging es los und hört seitdem nicht mehr auf“, sagt die Stadtführerin Macarena Bergada. Seit Ostern herrscht Hochsaison, als hätte es Corona nie gegeben. Alles ging schneller als er­wartet. Fachleute hatten erst 2023 mit der Erholung von den Corona-Folgen gerechnet. Dabei will zu Zuständen wie im Re­kordjahr 2019 niemand ernsthaft zurück. Fast 14 Millionen Menschen besuchten da­mals die Stadt mit 1,6 Millionen Einwohnern – in Madrid und Berlin leben doppelt so viele.

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