https://www.faz.net/-gpf-9qdta

Proteste in Russland : Kremlkritiker Nawalny nach 30 Tagen wieder frei

  • Aktualisiert am

Alexej Nawalny, Oppositionsführer aus Russland, verlässt am Freitag nach seiner Entlassung eine Haftanstalt in Moskau. Bild: dpa

Der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny gibt sich sich nach seiner Entlassung kämpferisch. Das Vorgehen der Regierung könne die Demonstrationen nicht aufhalten.

          Der russische Kremlkritiker Alexej Nawalny ist nach 30 Tagen Haft aus einem Moskauer Gefängnis entlassen worden. Die Festnahmen bei den Protesten in den vergangenen Wochen zeigten lediglich, dass die Behörden extreme Angst hätten, sagte Nawalny am Freitag in Moskau nach einer Freilassung. Das Vorgehen könne die Demonstrationen jedoch nicht aufhalten. Der Kremlkritiker war vor der ersten großen Protestaktion Ende Juli wegen Aufrufs zu nicht genehmigten Demonstrationen festgenommen worden.

          Der Justiz in Moskau wird vorgeworfen, sämtliche einflussreichen Oppositionellen in Haft zu halten, damit sie vor den Kommunal- und Regionalwahlen in Russland nicht noch mehr Menschen mobilisieren können. Hintergrund ist der Ausschluss Dutzender Oppositionspolitiker von der Wahl zum Moskauer Stadtrat. Tausende Menschen wurden festgenommen. An der Polizeigewalt gab es international Kritik.

          Nawalny ist der führende Kopf der liberalen Opposition in Russland. Zahlreiche Mitstreiter sitzen ihre Haftstrafe weiter ab. Während seiner Haftstrafe wurde der Jurist in einem Krankenhaus angeblich wegen eines Allergieschocks behandelt. Nawalny sagte, dass er vergiftet worden sein könnte. Die Ermittler hatten zuletzt beantragt, die Haftzeit des Oppositionellen zu verlängern, da er mehrere Stunden im Krankenhaus verbracht habe. Ein Moskauer Gericht lehnte dies jedoch ab.

          Auch am Wochenende werden wieder Demonstrationen in Moskau erwartet. Die Opposition plant in der kommenden Woche wieder eine größere Aktion, bei der auch Nawalny teilnehmen will.

          Weitere Themen

          „Extrem bürgerlich“

          AfD-Wahlkampf in Thüringen : „Extrem bürgerlich“

          Beim Wahlkampfauftakt der Thüringer AfD in Arnstadt versucht die Partei, sich ein bürgerlich-konservatives Image zu geben. Doch vor allem die Aussagen eines Redners lassen daran Zweifel aufkommen – und es ist nicht Björn Höcke.

          Topmeldungen

          Björn Höcke beim Wahlkampfauftakt der AfD Thüringen

          AfD-Wahlkampf in Thüringen : „Extrem bürgerlich“

          Beim Wahlkampfauftakt der Thüringer AfD in Arnstadt versucht die Partei, sich ein bürgerlich-konservatives Image zu geben. Doch vor allem die Aussagen eines Redners lassen daran Zweifel aufkommen – und es ist nicht Björn Höcke.

          Plan für Klimaneutralität : Die Stunde der Klimaretter

          Am Freitag will die Regierung den Plan für ein klimaneutrales Deutschland beschließen. Was kommt da auf uns zu? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.