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Kreml-Kritiker Nawalnyj : Stundenlang unter Putins Porträt

  • Aktualisiert am

Alexej Nawalnyj im Februar 2021 vor Gericht Bild: dpa

Täglich sieben Stunden nähen, danach auf einer Holzbank unter dem Porträt des russischen Präsidenten Platz nehmen. Der Kreml-Gegner Alexej Nawalnyj beschreibt seinen Alltag als Strafgefangener in Russland als Folter.

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          Der inhaftierte Kreml-Kritiker Alexej Nawalnyj muss nach eigenen Angaben in seinem neuen Gefängnis stundenlang unter einem Porträt des russischen Präsidenten Wladimir Putin sitzen. Er werde gezwungen, an fünf Tagen pro Woche jeweils sieben Stunden täglich zu nähen und anschließend unter dem Porträt auf einer Holzbank zu sitzen, schrieb Nawalnyj auf Facebook. Unterstützer des Inhaftierten bezeichneten seinen neuen Alltag als „Folter“.

          Sogar am Sonntag, seinem freien Tag, müsse er zusammen mit anderen Gefangenen zehn Stunden lang auf einer Holzbank sitzen, schrieb Nawalnyj weiter. „Das nennt sich Erziehungsmaßnahme.“

          Nawalnyj war im Juni von einer Strafkolonie in Pokrow in eine Strafkolonie in der Stadt Wladimir östlich von Moskau verlegt worden – seinen Verbündeten zufolge „eines der furchterregendsten Gefängnisse Russlands“. Der Kreml-Kritiker selbst hatte seine neue Haftanstalt als „Gefängnis im Gefängnis“ bezeichnet und erklärt, von verurteilten Mördern umgeben zu sein. Um seine Gefängnisbaracke führe ein sechs Meter hoher Zaun herum.

          Nawalnyj ist der prominenteste Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin und wurde durch die Enthüllung von Korruptionsfällen in Russland bekannt. Er war im Januar 2021 bei seiner Rückkehr aus Deutschland auf dem Flughafen von Moskau festgenommen worden. Zuvor war er in Berlin wegen einer in Russland erlittenen Vergiftung mit einem Nervengift der Nowitschok-Gruppe behandelt worden, für die er Putin verantwortlich macht.

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