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„Krebsgeschwür der Demokratie“ : Australien untersucht Murdochs Medienmacht

In der Heimat unter Druck Rupert Murdoch 2017 in Sydney Bild: EPA

Im Heimatland des Medienmoguls will sich der Senat mit der monopolartigen Presselandschaft befassen. 500.000 Australier haben eine entsprechende Petition unterschrieben.

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          In seinem Heimatland Australien wird der Einfluss des Medienkonzerns von Rupert Murdoch verstärkt unter die Lupe genommen. Am Mittwoch hat der Senat entschieden, eine Untersuchung zur Medienvielfalt in Australien einzuleiten. Dabei soll es neben der Rolle des Murdoch-Unternehmens News Corporation auch darum gehen, wie sich die Medienlandschaft durch den Einfluss von Internetkonzernen wie Google und Facebook verändert. „Die Australier sind zunehmend beunruhigt angesichts der Konzentration der Medien und der Macht sowie des politischen Einflusses von Murdoch“, schrieb Senatorin Sarah Hanson-Young von den Grünen am Mittwoch auf Twitter. Die Murdoch-Zeitungen verfügen in vielen Gebieten Australiens quasi über eine Monopolstellung. Auch in den Vereinigten Staaten gibt es Kritik an dem Konzern, zu dem dort der Fernsehsender Fox News und die Boulevardzeitung „New York Post“ gehören. In Großbritannien gehören die Zeitungen „The Sun“ und „The Times“ zur News Corp.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Die Senatorin nahm dabei auch Bezug auf die Petition des früheren australischen Premierministers Kevin Rudd, die als erste Online-Petition überhaupt mehr als eine halbe Million Australier unterschrieben hatten. Der Politiker aus der sozialdemokratischen Labor Party war von den Zeitungen des Murdoch-Konzerns wiederholt heftig angegangen worden. Rudd bezeichnete News Corp als „arrogantes Krebsgeschwür unserer Demokratie“. Sein „effektives Monopol“ nutze der Konzern regelmäßig dazu, eine Seite des politischen Spektrums zu unterstützen und auf bösartige Weise gegen die politischen Gegner zu agieren. Murdoch leiste sich verlustmachende Zeitungen, um seine politische Agenda, darunter die Leugnung des Klimawandels, sowie seine kommerziellen Interessen zu verfolgen.

          Rudd hatte gefordert, dass eine „Royal Commission“ zur Untersuchung der Murdoch-Presse eingesetzt werden sollte. Eine solche Kommission wäre unabhängig von der Regierung und politischen Parteien. Die Regierung des konservativen Premierministers Scott Morrison hat sich bisher jedoch nicht den Forderungen in der Petition angeschlossen. Die Senats-Untersuchung wurde am Mittwoch mit den Stimmen der Sozialdemokraten und den kleineren Oppositionsparteien verabschiedet. Auch diese parlamentarische Untersuchung kann Zeugen hören und Dokumente einsehen. Die Ergebnisse haben aber nicht das Gewicht einer „Royal Commission“.

          Zu den Unterstützern der Petition gehört auch der frühere konservative Premierminister Malcolm Turnbull. Er bezeichnete die Berichterstattung der Murdoch-Presse in einer Fernsehsendung als „pure Propaganda“. Die Petition hatte der Labor-Politiker Andrew Leigh am Montag in den Senat eingebracht. Er kritisierte, dass die Presse in Australien einerseits schrumpfe und sich andererseits extrem konzentriere. Im Parlament nahm Leigh auch Bezug auf die Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten, in der Joe Biden als Kandidat der Demokraten der geballten Macht von Fox News gegenüber gestanden habe. Dabei hatten sich die Murdoch-Medien auch von den Angriffen Donald Trumps auf die den Wahlverlauf distanziert, nachdem Biden von den Networks zum Wahlsieger erklärt worden war. Schon zuvor hatte sich das Verhältnis zwischen Trump und seinem ehemaligen Unterstützer Murdoch offenbar etwas abgekühlt.

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