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Spannungen in Brüssel : Krawalle im Problem-Stadtteil Molenbeek

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Polizeieinsatz im Zentrum von Brüssel, wo derzeit Demonstrationsverbot gilt. Bild: dpa

In Molenbeek und der Brüsseler Innenstadt ist es zu Ausschreitungen gekommen, die Polizei nahm zeitweise etwa 100 Personen in Gewahrsam. Rechte und linke Gruppen hatten trotz Demonstrationsverbots Zusammenkünfte organisiert.

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          Trotz Demonstrationsverbots haben sich am Samstag im Brüsseler Problemviertel Molenbeek und dem Stadtzentrum mehrere hundert Menschen versammelt. Im Zentrum kamen nach Polizeiangaben zudem mehrere linksgerichtete Gruppen zusammen. Beamte lösten die Versammlungen auf. Die Polizei nahm vorübergehend mehr als hundert Menschen in Gewahrsam, von denen jedoch nur zwei weiter festgehalten wurden. Bei einem der Festgenommenen handelte es sich demnach um einen Kraftfahrer, der eine Polizeikette durchbrach und eine Passantin verletzte. Gegen Abend beruhigte sich die Lage.

          Die Bürgermeisterin von Molenbeek, Françoise Schepmans, hatte das Demonstrationsverbot am Mittwoch damit begründete, dass Proteste zu gewalttätigen Auseinandersetzungen führen könnten. Auch der Ministerpräsident der Hauptstadtregion Brüssel, Rudi Vervoort, hatte Demonstrationen zuvor verboten.

          Der Aufruf zu der Kundgebung stammte von der rechtsextremen französischen Gruppierung Génération Identitaire. Bereits am Ostersonntag hatten im Stadtzentrum von Brüssel etwa 300 Hooligans für Entsetzen gesorgt, die auf dem zentralen Börsenplatz nationalistische Parolen verbreiteten.

          Mit Wasserwerfern und einem großen Polizeiaufgebot setzte Brüssel ein Demonstrationsverbot durch.
          Mit Wasserwerfern und einem großen Polizeiaufgebot setzte Brüssel ein Demonstrationsverbot durch. : Bild: AP

          Molenbeek geriet in den vergangenen Monaten immer wieder wegen islamistisch motivierter Anschläge in die Schlagzeilen. Der mutmaßliche Paris-Attentäter Salah Abdeslam wurde Mitte März in Molenbeek festgenommen. Am 22. März wurden am Brüsseler Flughafen und in der U-Bahn bei Selbstmordanschlägen 32 Menschen getötet und 340 verletzt. Zu den Anschlägen bekannte sich die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“.

          Belgien : Krawalle in Molenbeek

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