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AKK besucht die Bundeswehr : Zwischen Euphrat und Elbe

  • -Aktualisiert am

Neues Terrain: Kramp-Karrenbauer posiert in Arbil mit kurdischen Peschmerga-Kämpferinnen für ein Erinnerungsfoto. Bild: dpa

Annegret Kramp-Karrenbauer will in aller Kürze die Bundeswehr kennenlernen. Doch dabei darf sie als CDU-Vorsitzende die Wahlkämpfe im Osten nicht aus dem Blick verlieren.

          In der jordanischen Wüste, eine Fahrstunde östlich von Amman, warten vier Tornado-Kampfflugzeuge auf ihren nächsten Einsatz. Drei sind unter Betondächern abgestellt, die Maschine mit der Kennung 40+38 steht voll aufmunitioniert in der Sonne. Es ist ein altes Flugzeug, gebaut in den achtziger Jahren, und es sieht auch so aus. „Abgekämpft“ wirke die Maschine, sagt jemand. Doch der Eindruck täuscht. Technisch sind sie topfit, sagen jedenfalls die ortskundigen Offiziere. Was die Tornados können und die Männer und Frauen, die sie fliegen, warten und betreuen, leisten, hat in der Nato kaum seinesgleichen: Unter dem grauen Rumpf sind Kameras und Sensoren befestigt. Mit denen werden Luftbilder gefertigt, die extrem scharf sind.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          Außerdem haben die deutschen Auswerter mit den Jahren so viele Erfahrungen gesammelt, dass sie zu begehrten Experten geworden sind. Auf riesigen Flächenaufnahmen von Wüstenlandschaften entdecken sie, man möchte fast sagen mit „deutscher Gründlichkeit“, kleine Unregelmäßigkeiten, die sich als Höhleneingänge erweisen können, Verstecke für IS-Kämpfer vielleicht? Aus Fotos regelmäßig angeflogener Ortschaften in Syrien können sie Gewohnheiten des Alltags dort unten herauslesen, aber auch Unregelmäßigkeiten, größere Treffen, die Ankunft Fremder, unbekannte Checkpoints.

          Nahezu täglich starten die Tornados in den blauen Himmel. Die Daten, die sie zurückbringen, werden an das Zentralkommando der alliierten Streitkräfte übermittelt. Manche dienen der Kartographierung dessen, was man unbedingt nicht bombardieren sollte – Krankenhäuser, Schulen, Moscheen. Andere deuten auf mögliche Ziele für amerikanische, italienische oder französische Bomber. Ein deutscher Oberst soll aufpassen, dass nichts Ungewolltes damit gemacht wird. Er heißt „Red Card Holder“, Rote-Karte-Inhaber. Für die Alliierten hat es auf diesem und anderen Schauplätzen der Welt manchmal den Eindruck, als seien die Rotkartisten Deutschlands größte Teilstreitkraft: immer Bedenken, oft dagegen.

          „Druckbetankung“ mit Informationen

          Die Datenweitergabe ist also limitiert, manche Alliierte sind ausgeschlossen, etwa die Türkei. Das Land ist zwar Nato-Partner, verfolgt in den kurdischen Grenzgebieten Syriens und des Iraks jedoch Ziele, die weder im Interesse der Nato liegen noch im deutschen. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte bereits einen Tag voller Eindrücke hinter sich, als sie am Montagabend auf dem deutschen Areal der jordanischen Luftwaffenbasis Al Azraq ankam. Um sechs war sie von Berlin nach Jordanien geflogen, hatte in Amman den König getroffen, den Außenminister, ihren Kollegen für Verteidigung. Mit einer Kolonne gepanzerter Fahrzeuge war sie hinaus in die Wüste gefahren, ins Camp „Sonic“. Dort beteiligt sich die Luftwaffe seiten zwei Jahren mit den Tornado-Aufklärungsflugzeugen am Kampf gegen den „Islamischen Staat“. Zuvor waren die Tornados bereits von der Türkei aus gestartet, um für die Anti-IS-Koalition Ziele zu erkunden.

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