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Kosovos Regierungschef : Großalbanische Träume

Vision eines Großalbanien: Kosovos Ministerpräsident Albin Kurti Bild: AFP

Kosovos Ministerpräsident Kurti ist bei der Wahl im Nachbarland Albanien mit dabei. Ein Ableger seiner Partei kämpft um Stimmen und träumt von einer Vereinigung beider Staaten.

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          Träte Sebastian Kurz bei der nächsten Bundestagswahl mit einer eigenen Partei an, wäre Missmut in der CDU/CSU und wohl erst recht bei der AfD gewiss. Nun ist der Gedanke an solche Interventionen eines Österreichers in die deutsche Politik seit einigen Dekaden abwegig, doch es gibt zwei Staaten, in denen sich eine ähnliche Konstellation abzeichnet: Bei der Parlamentswahl in Albanien am 25. April tritt ein Ableger der Partei „Vetevendosje“ (Selbstbestimmung) des kosovarischen Ministerpräsidenten Albin Kurti an.

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Im Kosovo ist „Vetevendosje“, kurz oft VV genannt, mit großem Abstand stärkste politische Kraft. Dass die Partei nun mit einer gleichnamigen Tochterorganisation auch im Nachbarstaat um Mandate wirbt und Kurti gar einen Wahlkampfauftritt dort absolvierte, stößt bei Albaniens Regierungschef Edi Rama natürlich nicht auf Begeisterung. Zwar ist „Vetevendosje“ in Albanien bisher keine politische Partei, sondern einstweilen noch eine Bürgerinitiative, die bei der Parlamentswahl unabhängige Kandidaten unterstützt. Die Umwandlung in eine Partei ist aber geplant.

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