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Kosovos Präsident im Interview : „Amerikas Führung ist unverzichtbar“

  • Aktualisiert am

Hashim Thaci im Juni in Prishtina Bild: AFP

In Washington wollen Kosovaren und Serben am Samstag über ihre Streitpunkte verhandeln. Ein Abkommen wäre ein Wunder, sagt Kosovos Präsident Hashim Thaçi im F.A.Z.-Interview – dem letzten, das er vor Bekanntwerden der Anklage gegen ihn gegeben hat.

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          Herr Präsident, laut amerikanischer Darstellung soll es nur um Wirtschaft gehen, wenn Sie und Serbiens Präsident Aleksandar Vučić am Samstag im Weißen Haus sind. Es fällt aber schwer zu glauben, Donald Trump habe Sie beide eingeladen, um über Zugverbindungen zwischen Belgrad und Prishtina zu verhandeln. Wohin sollen die Verhandlungen Ihrer Ansicht nach führen?

          Das Treffen in Washington ist eine goldene Gelegenheit für das Kosovo und für Serbien, um wirtschaftliche und politische Streitfragen zu lösen, die unsere Länder seit langem trennen. Das entschlossene Engagement von Präsident Trump und die großartige Arbeit seines Sondergesandten Richard Grenell zur Fortsetzung des Dialogs bieten uns Chancen, die wir nicht verstreichen lassen sollten. Wir sind sehr dankbar, dass sich Washington in diesen weltpolitisch dramatischen Zeiten Zeit nimmt, um mit dem Kosovo und Serbien nach Lösungen zu suchen. Es werden schwierige Gespräche – aber wenn wir im Weißen Haus keine Lösung finden, kann ich mir nicht vorstellen, wo und unter welchen Umständen uns das je gelingen sollte. Die Geschichte des Balkans in den vergangenen Jahrzehnten hat gezeigt, dass es Ergebnisse nur dann gibt, wenn Amerika die Führung übernimmt.

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