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Kosovo und Serbien : Immer bereit zur Eskalation

Angespannte Lage: Polnische Soldaten der KFOR-Friedensmission patroullieren an der serbisch-kosovarischen Grenze. Bild: AP

Zwischen Serbien und Kosovo genügt schon der geringste Anlass, um in Streit zu geraten: Jüngst ging es um die Anerkennung von Autokennzeichen. Das ist gefährlich für den ganzen Balkan.

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          Ein altes Klischee besagt, der Balkan sei das Pulverfass Europas. Wenn das überhaupt je gestimmt haben sollte, so stimmt allemal auch die Feststellung, dass am Balkan seit mehr als zwei Jahrzehnten Frieden herrscht. Der Kaukasus, die Ukraine, Syrien und Libyen erlebten Kriege, Russland und Belarus sind Diktaturen, die Türkei ist weniger denn je eine Demokratie. Der Balkan dagegen hat seit dem Ende der jugoslawischen Zerfallskriege zwei friedliche Jahrzehnte erlebt.

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Einzige größere Ausnahme: die blutigen Ausschreitungen im Kosovo im März 2004, die sich vornehmlich gegen die serbische Minderheit richteten. Fast zwei Dutzend Menschen wurden getötet, Tausende vertrieben, viele Häuser und orthodoxe Kirchen zerstört. Anlass der Ausschreitungen war das Gerücht, Serben hätten im Norden des Kosovos albanische Kinder in den Fluss Ibar gehetzt, wo diese ertrunken seien. Das traf nicht zu, wie bald beweisbar war, genügte einem kosovo-albanischen Mob aber als Vorwand, um gewaltsam gegen die serbische Bevölkerung sowie gegen Roma im Kosovo vorzugehen.

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