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Kosovo sucht Annäherung : Ein Land kämpft gegen seinen Ruf

Gefährliches Geschäft: Demonstration in Prishtina gegen einen Landtausch zwischen dem Kosovo und Serbien. Bild: Armend Nimani/AFP

Die Bürger des Kosovos können nach wie vor nur mit Visum in den Schengen-Raum reisen – obwohl sich der Balkan-Staat als Musterschüler präsentiert. Doch einige Staaten sperren sich gegen eine Visumliberalisierung. Ministerpräsident Haradinaj kämpft um den Ruf seines Landes.

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          Für ein kleines Land ist es selten ein gutes Zeichen, wenn es in die internationalen Schlagzeilen gerät, und das war in diesem Sommer im Kosovo nicht anders. Im August ging erstmals die Nachricht um, Aleksandar Vučić und Hashim Thaçi, die Präsidenten Serbiens und des Kosovos, verhandelten über einen Gebietstausch: Serbien solle demnach Teile des ohnehin fast ausschließlich von Serben bewohnten und von Belgrad kontrollierten Nordens des Kosovos erhalten.

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Dafür solle ein Landstrich in Südwestserbien, wo fast nur Albaner leben, dem angrenzenden Kosovo angeschlossen werden. Als sogar der Sicherheitsberater des amerikanischen Präsidenten, John Bolton, grundsätzliche Unterstützung für die Idee aussprach, war klar: Es könnte ernst werden mit den neuesten balkanischen Phantasien zur Grenzverschiebung.

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