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Korruptionsverdacht : Malaysias ehemaliger Regierungschef festgenommen

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Malaysias ehemaliger Premierminister auf dem Weg zur Anti-Korruptionskommission in Putrajaya Bild: AFP

Im Mai war Najib Razak überraschend als malaysischer Premierminister abgewählt worden. Nun ist er im Skandal um einen während seiner Amtszeit aufgelegten Regierungsfonds festgenommen worden.

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          Malaysias kürzlich abgewählter Regierungschef Najib Razak ist in Zusammenhang mit einem Milliardenskandal festgenommen worden. Das bestätigte die mit dem sogenannten 1MDB-Skandal befasste Antikorruptionseinheit am Dienstag. Der ehemalige Premierminister soll an diesem Mittwoch vor Gericht erscheinen.

          Es geht um Geld aus dem 2009 von Najib aufgelegten Regierungsfonds 1MDB, der die malaysische Wirtschaft fördern sollte. Aus dem Fonds sollen mehr als 4,5 Milliarden Dollar abgezweigt worden sein. Etwa 700 Millionen Dollar wurden auf einem privaten Bankkonto Najibs entdeckt. Dem ehemaligen Premierminister und Personen aus dessen Umfeld wurde Veruntreuung vorgeworfen.

          Der Skandal kam bereits 2016 ans Licht, doch eine Untersuchung in Malaysia sprach Najib damals von allen Vorwürfen frei. Er selbst weist jede Verantwortung zurück.

          Im Mai war Najib nach neun Jahren im Amt überraschend abgewählt worden, die Korruptionsvorwürfe waren zentraler Bestandteil des Wahlkampfs. Nach der Wahl hatten Ermittler Luxusgüter und Bargeld im Wert von 300 Millionen Dollar in Privathäusern des früheren Premiers sichergestellt. Seine Frau und sein Stiefsohn wurden ebenfalls von der Polizei befragt.

          Die Behörden in den Vereinigten Staaten, der Schweiz, in Singapur, Indonesien und Hongkong ermitteln seit längerer Zeit in dem Fall. Der malaysische Fond hat Schulden von 11 Milliarden Dollar.

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