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Ein Feuer und die Folgen : Wie Korruption in Rumänien tötet

Der Vater eines Opfers der Brandkatastrophe, zu sehen in der Dokumentation „Kollektiv. Korruption tötet“, die mit vielen Preisen ausgezeichnet wurde. Bild: Samsa Film

Beim Brand eines Clubs in Bukarest kamen 27 Menschen ums Leben. 37 weitere Brandopfer sterben später in Krankenhäusern wegen gestreckter Desinfektionsmittel. Das war 2015. Die Schuldigen laufen bis heute frei herum.

          9 Min.

          Am Anfang war die Lüge. Aber wessen Lüge? Es gibt so viele Lügen in dieser Geschichte, dass es schwerfällt, eine Urlüge auszumachen. Manche behaupten, die Sache wäre bis heute nicht bekannt, wären die Besitzer des Nachtklubs „Colectiv“ in Bukarest nicht so gierig gewesen. Dann hätten sie zur Schallisolation ihres Clubs nämlich nicht Material verwendet, das nur hitzebeständig war, sondern solches, das auch feuerfest ist, wie gesetzlich vorgeschrieben. Das wäre teurer gewesen, aber es hätte dann nicht oder jedenfalls nicht so rasend schnell in Brand geraten können an jenem fatalen Herbsttag im Oktober 2015.

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Falsch, wenden andere ein. Nicht die Clubbetreiber seien schuld, sondern die Leute von der Firma, die für die Schallisolation zuständig gewesen sei. Die hätten nämlich den Einbau von feuerfestem Material abgerechnet, tatsächlich aber nur hitzebeständiges verwandt. Wieder andere sagen, Schuld seien die Feuerwehr und die lokalen Aufsichtsbehörden. Die hätten dem Club schließlich eine Lizenz erteilt, obwohl die Brandschutzvorschriften nicht erfüllt gewesen seien.

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