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Korruption in Südafrikas ANC : Ramaphosa zieht Konsequenzen

Ace Magashule am 13. November 2020 in Bloemfontein Bild: AP

Wegen Korruptionsvorwürfen hat der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa den Generalsekretär Ace Magashule von allen Ämtern enthoben. Der hat bereits gekontert. Der Machtkampf im ANC verschärft sich.

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          Dreißig Tage hatte Ace Magashule Zeit, um freiwillig zurückzutreten. Kaum jemand in Südafrika hatte erwartet, dass der markig auftretende, wegen Korruption angeklagte Generalsekretär der Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) der Aufforderung nachkommen würde. Jetzt hat die Parteispitze die Konsequenzen gezogen. In einem am Mittwochnachmittag veröffentlichten Brief wurde Magashule vorübergehend von allen Ämtern enthoben.

          Claudia Bröll
          Freie Afrika-Korrespondentin mit Sitz in Kapstadt.

          Der Schritt könnte einen Schlüsselmoment in der Präsidentschaft Cyril Ramaphosas darstellen. Die tiefe Spaltung des ANC gilt als eines der größten Hindernisse für die Reformen, die der Staatspräsident bei seinem Amtsantritt 2018 versprochen hatte, insbesondere für den Kampf gegen die Korruption. Bisher waren die „Top 6“ der Partei zu gleichen Teilen mit Anhängern des früheren Präsidenten Jacob Zuma und Anhängern Ramaphosas besetzt. Jetzt hat der Staatspräsident – abgesehen von Magashule – fünf Mitglieder der ANC-Spitze hinter sich gebracht.

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