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Korruption in Russland : Wer verdient an Nord Stream 2?

Macht lukrative Geschäfte: der Unternehmer Arkadij Rotenberg (rechts) im Mai 2018 mit Wladimir Putin auf der Brücke zur Krim Bild: Imago

Rohstoffgeschäfte sollen Geld in die russischen Staatskassen spülen – und damit auch in die der Bürger. Tatsächlich proftieren aber vor allem Putins Oligarchen-Freunde.

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          Mit Blick auf Nord Stream 2, das Gaspipelineprojekt am Ostseegrund, wird viel von Moskauer Geopolitik gesprochen. Aber wenig darüber, wer in Russland von großen Rohstoffgeschäften profitiert. Eigentlich sollten es der Staat und damit der Bürger sein. Denn die Mehrheit der Aktien von Gasprom, dem hinter Nord Stream und Nord Stream 2 stehenden Konzern, liegt in Staatsbesitz. Aber nach dem Urteil russischer Beobachter sind Gasproms Großprojekte Musterbeispiele von Vetternwirtschaft und Korruption.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Die Moskauer Führung spricht stets davon, dass die Vorhaben „wirtschaftlich“ oder „kommerziell zielführend“ seien. Für die westlichen Partnerunternehmen von Gasprom trifft das wohl zu. Aber mit Blick auf die russische Seite ist das Wort von der Wirtschaftlichkeit vor allem einschlägig, wenn man darunter die Geschäftsinteressen eines engen Kreises kremlnaher Unternehmen und Weggefährten von Präsident Wladimir Putin versteht. Es geht besonders um die Unternehmer Gennadij Timtschenko und Arkadij Rotenberg, in deren vielfältiges Unternehmensportfolio unter anderem der Bau von Pipelines fällt.

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