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Konflikte und Korruption : Wie der Libanon zur Giftmülldeponie Europas wurde

Der durch eine Explosion völlig verwüstete Hafenbereich Beiruts. Bild: EPA

Die Explosion im Hafen von Beirut geht wohl auf einen nachlässigen Umgang mit gefährlichen Substanzen zurück. Schon früher machten Milizen Geld damit, dass sie Giftmüll dort lagerten. Auch deutsche Unternehmen mischten mit.

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          Im Abgesang auf den Libanon wird immer wieder an den Anspruch des Landes erinnert, einmal die „Schweiz des Nahen Ostens“ gewesen zu sein. Dabei hat sich der Werbespruch längst als Mythos entpuppt. Nur kurz währte die Blüte, welche die günstige Lage am östlichen Mittelmeer und die levantinische Händlertradition dem Land beschert hatten. Beiruts Händler und Bankiers hatten über Jahrzehnte davon profitiert, dass sie enge Beziehungen nach Paris unterhielten und dass die neureichen Prinzen vom Golf damals Mittelsmänner benötigten, um im Westen Geschäftsbeziehungen einzufädeln.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

          Das war die goldene Zeit, die dem Libanon viel Geld eingebracht hat. Dennoch hatten auch damals viele Libanesen auf der Flucht vor Armut und der Suche nach einem guten Leben ihr Land verlassen. Viele wurden als Händler in Afrika, Südamerika und zuletzt auf der Arabischen Halbinsel wohlhabend – oder wie der ermordete Ministerpräsident Rafik Hariri sogar schwerreich.

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