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Korruption : Bush distanziert sich von Abramoff: „Kenne ihn nicht“

  • Aktualisiert am

Auch Bushs Wahlkampf wurde von Abramoff unterstützt Bild: dpa/dpaweb

Der amerikanische Präsident Bush hat sich von dem umstrittenen Lobbyisten Jack Abramoff distanziert, der in einen Korruptionsskandal verwickelt ist. „Ich kenne ihn nicht“, sagte Bush. Er habe auch „niemals mit dem Typ diskutiert“.

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          Der amerikanische Präsident George W. Bush hat sich am Donnerstag von dem umstrittenen Lobbyisten Jack Abramoff distanziert. „Ich kenne ihn nicht“, sagte Bush bei einer Pressekonferenz.

          Bush wollte keine Fotos veröffentlichen, auf denen er gemeinsam mit dem Lobbyisten zu sehen ist. „Ich erinnere mich offen gesagt nicht mal daran, Fotos mit dem Kerl gemacht zu haben“, sagte der Präsident.

          „Habe niemals mit dem Typ diskutiert“

          Abramoff hatte sich erst kürzlich schuldig bekannt, Kreditgeber betrogen zu haben und sich bereit erklärt, mit der Staatsanwaltschaft zusammenzuarbeiten. Diese ermittelt unter anderem, ob sich einige Parlamentarier insbesondere der Republikaner als Gegenleistung für Wahlkampfspenden und andere Zuwendungen den Mandanten von Abramoff gegenüber erkenntlich gezeigt haben.

          Abramoff und seine Klienten hatten für Bushs Wahlkampagne Geld gesammelt, jedoch auch die gegnerischen Demokraten unterstützt. Der Lobbyist hat an mehreren Empfängen im Weißen Haus teilgenommen. Bei solchen Anlässen empfangen Bush und seine Frau oftmals Tausende Menschen, begrüßen sie und lassen sich gemeinsam mit ihnen fotografieren. „Ich kann nicht sagen, daß ich ihn niemals getroffen habe, aber ich treffe eine Menge Leute“, sagte Bush. Wie einige der bei der Pressekonferenz anwesenden Journalisten sei auch Abramoff bei diesen Empfängen gewesen. Abramoff habe den Raum betreten, man habe in die Kameras gelächelt, die Fotografen hätten ihr Foto geschossen und dann sei er wieder verschwunden, sagte Bush. „Ich habe mich niemals hingesetzt und mit dem Typ diskutiert“.

          Nach Aufkommen des Skandals hatte die Wahlkampfleitung von Bushs Wiederwahlkampagne erklärt, die 6000 von Abramoff oder seinen Klienten direkt gespendeten Dollar stiften zu wollen. Das gelte jedoch nicht für die mehreren zehntausend Dollar die von Abramoff gesammelt wurden.

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