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Koreanischer Streit : Clinton: „Inakzeptable Provokation“ Pjöngjangs

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Hillary Clinton mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Myung-bak Bild: REUTERS

Die amerikanische Außenministerin Clinton hat in Seoul eine „entschlossene, aber ausgewogene Antwort“ im Fall des versenkten Schiffes gefordert. Unterdessen nimmt Nordkorea die Sonderwirtschaftszone Kaesong von Sanktionen aus.

          Die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton hat sich bei einem Kurzbesuch in Seoul für eine internationale Reaktion in der Koreakrise ausgesprochen. Die Versenkung des südkoreanischen Kriegsschiffs im März sei eine „inakzeptable Provokation“ vonseiten Nordkoreas, sagte Clinton am Mittwoch. Sie erfordere „eine entschlossene, aber ausgewogene Antwort“ der internationalen Gemeinschaft. Wie diese aussehen solle, sei Gegenstand von Beratungen der Vereinigten Staaten mit Südkorea und Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats. Washington werde die Entscheidung der südkoreanischen Regierung „respektieren und unterstützen“.

          Südkorea hat bereits am Dienstag mehrere Strafmaßnahmen eingeleitet - von der Wiederaufnahme von Propagandasendungen bis zur Blockade von Frachtschiffen aus Nordkorea. Pjöngjang warnte, dass solche Vergeltungsmaßnahmen zu einem Krieg führen würden. Die nordkoreanischen Streitkräfte drohten am Mittwoch damit, die Grenze für Arbeiter und Fahrzeuge aus Südkorea zu sperren. Der Grenzübergang für Südkoreaner zu ihren Arbeitsplätzen in der gemeinsamen Sonderwirtschaftszone Kaesong im Norden verlief aber zunächst ungehindert, wie das Vereinigungsministerium in Seoul mitteilte. Auch Südkorea hat Kaesong bislang von seinen Strafmaßnahmen ausgeschlossen.

          Noch am Dienstag hatte der kommunistische Norden alle Beziehungen zu Südkorea für gekappt erklärt, nachdem die Regierung in Seoul Nordkorea mit Sanktionen belegt hatte. Beobachter sagten, das Verhalten Nordkoreas zeige, dass das verarmte Land sehr vorsichtig bei Maßnahmen sei, die ihm materiell schaden könnten. „Nordkorea schließt Kaesong noch nicht sofort, weil es diese Trumpfkarte noch im Ärmel braucht, sagte Jang Cheol-hyeon vom Institut für nationale strategische Sicherheit. In dem Industriepark beschäftigen südkoreanische Unternehmen etwa 40.000 Niedriglohn-Arbeiter aus Nordkorea. Die Löhne zahlt Südkorea direkt an die Regierung Nordkoreas. Damit ist Kaesong eine der wenigen legalen Devisen-Einnahmequellen des Landes.

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