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Korea-Konflikt : „Wir brauchen Frieden, nicht Krieg“

  • Aktualisiert am

Südkoreanische Soldaten patrouillieren auf der Insel Yeonpyeong Bild: dapd

Chinas Staatschef Hu Jintao hat sich in einem Telefonat mit Barack Obama „tief besorgt“ über die angespannte Lage auf der koreanischen Halbinsel geäußert. Der amerikanische Präsident forderte Peking dazu auf, „eine klare Botschaft an Nordkorea“ auszusenden, das sein provokatives Verhalten aufgeben müsse.

          Chinas Staatschef Hu Jintao hat sich in einem Telefonat mit Präsident Obama „tief besorgt“ über die angespannte Lage auf der koreanischen Halbinsel geäußert. Einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge rief Hu in dem Telefongespräch am Montag alle Seiten zur Zurückhaltung auf.

          Es sei gut möglich, dass die fragile Sicherheitslage zu einer weiteren Eskalation der Spannungen führen und sogar außer Kontrolle geraten könnte, falls nicht angemessen mit ihr umgegangen werde, sagte Hu. Das sei nicht im gemeinsamen Interesse der betreffenden Parteien. Er forderte deshalb „eine ruhige und vernünftige Reaktion von allen Seiten“.

          Obama fordert „klare Botschaft an Nordkorea“

          Der amerikanische Präsident forderte China dazu auf, „eine klare Botschaft an Nordkorea auszusenden, dass seine Provokationen nicht hinnehmbar sind“, wie das Weiße Haus nach Agenturberichten mitteilte. Nordkorea müsse sein provokatives Verhalten aufgeben und seinen internationalen Verpflichtungen nachkommen, sagte der Präsident. Die Lage auf der Halbinsel habe Auswirkungen auf die Sicherheitslage im gesamten Ostasien, sagte Obama den chinesischen Angaben nach weiter.

          Chinas Staatschef Hu Jintao und der amerikanische Präsident Obama (bei ihrem Treffen am 12. April 2010 in Washington )

          Amerika wolle eng mit China kooperieren, um die koreanische Halbinsel frei von Atomwaffen zu halten. Der chinesische Staatschef gab in dem Telefonat der anhaltenden Hoffnung Chinas Ausdruck, dass eine Lösung durch Dialog und Verhandlungen gefunden werden könne. China hatte ein Krisentreffen der sechs Teilnehmerländer aus den von Nordkorea abgebrochenen Verhandlungen um das nordkoreanische Atomprogramm vorgeschlagen.

          „Wir brauchen Ruhe, nicht Spannung; Dialog, nicht Konfrontation; Frieden, nicht Krieg“, sagte Hu. Der Staatschef sagte weiter, dass China die Opfer und den materiellen Schaden „durch den Austausch von Artilleriefeuer“ tief bedaure. China hat den Angriff seines nordkoreanischen Verbündeten auf die südkoreanische Insel Yeonpyeong bislang nicht verurteilt. Peking äußerte sich jedoch kritisch über die Manöver Südkoreas mit den Amerikanern.

          Weiteres südkoreanisches Seemanöver

          Unterdessen hat Seoul trotz anhaltender nordkoreanischer Kriegsrhetorik am Montag mit einem Seemanöver vor der Halbinsel begonnen. Als Teil der seit Wochen andauernden Militärübungen hätten Streitkräfte vor der Küste Artilleriefeuer abgegeben, teilten die südkoreanischen Streitkräfte und der amerikanische Generalstab mit.

          Demnach soll das Manöver an rund 30 verschiedenen Orten stattfinden, amerikanische Kriegsschiffe sollen im Laufe der Woche dazustoßen. Es soll jedoch keine Übungen in der Nähe der umstrittenen westliche Seegrenze der beiden Länder geben.

          Die nordkoreanische Regierung hatte mit Blick auf das gemeinsame Manöver Südkoreas und der Vereinigten Staaten mit einem „ausgewachsenen Krieg“ gedroht. Das Manöver soll bis kommenden Sonntag dauern.

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