https://www.faz.net/-gpf-vwj8

Korea : Chronik des Konfliktes

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Seit über 60 Jahren ist Korea am 38. Breitengrad gespalten in einen kommunistischen Norden und einen demokratischen Süden. FAZ.NET nennt die wichtigsten Stationen der innerkoreanischen Beziehungen von 1945 bis zum ersten Gipfeltreffen.

          2 Min.

          Seit über 60 Jahren ist Korea am 38. Breitengrad gespalten in einen kommunistischen Norden und einen demokratischen Süden. FAZ.NET nennt die wichtigsten Stationen der innerkoreanischen Beziehungen von 1945 bis zum ersten Gipfeltreffen.

          August/September 1945: Nach der Kapitulation Japans am 14. August 1945 teilen die Siegermächte Korea in zwei Besatzungszonen auf. Der 38. Breitengrad wird als Demarkationslinie festgelegt. Sowjetische Truppen besetzen das Territorium nördlich des 38. Breitengrades, amerikanische Truppen rücken in das Gebiet südlich dieser Linie ein.

          20. Dezember 1945: Im Moskauer Vertrag einigen sich die Vereinigten Staaten, die Sowjetunion, Großbritannien und China darauf, Korea fünf Jahre treuhänderisch zu verwalten. Ferner ist die Einrichtung einer amerikanisch-sowjetischen Kommission zur Bildung einer provisorischen koreanischen Regierung vorgesehen.

          15. August 1948: Die Republik Korea (Südkorea) wird ausgerufen. Zuvor waren die von den Vereinten Nationen für ganz Korea anberaumten Wahlen für eine verfassungsgebende Versammlung von Nordkorea boykottiert worden. Sie fanden nur in der amerikanischen Besatzungszone statt. Die Vereinigten Staaten sind die Schutzmacht des neu gegründeten Staates und leisten umfangreiche wirtschaftliche und militärische Unterstützung. Am 9. September 1948 wird als Reaktion auf die Gründung Südkoreas die Volksdemokratische Republik Korea (Nordkorea) ausgerufen, die unter sowjetischem Einfluss steht.

          Bild: F.A.Z.

          1948/49: Die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten ziehen ihre Truppen aus Korea ab.

          Koreakrieg, 1950 bis 1953: Nordkoreanische Truppen überschreiten am 25. Juni 1950 den 38. Breitengrad und erobern den größten Teil Südkoreas. UN- Truppen drängen die nordkoreanische Armee bis zur nordkoreanisch-chinesischen Grenze zurück. Mit chinesischer Unterstützung rückt die nordkoreanische Armee wieder bis zum 38. Breitengrad vor. Am 27. Juli 1953 beendet ein Waffenstillstandsvertrag, der den Frontverlauf als De-facto-Grenze der beiden Koreas bestätigt, den Krieg.

          4. Juli 1972: Nord- und Südkorea verpflichten sich in einem gemeinsamen Kommuniqué, auf Propaganda und gegenseitige Provokationen zu verzichten. Zudem werden ein „heißer Draht“ zwischen Seoul und Pjöngjang sowie die Einrichtung eines Koordinationsausschusses vereinbart.

          August 1973: Der innerkoreanische Dialog wird ausgesetzt.

          1980: Wiederaufnahme des Dialoges nach der Ermordung des südkoreanischen Präsidenten Chung-hee Park am 26. Oktober 1979.

          September 1985: Erstmals kommt es zu einem Besucheraustausch zwischen Nord- und Südkorea. Je 150 Menschen dürfen im Rahmen des Programms zur Familienzusammenführung und zum gegenseitigen Besuch von Journalisten und Künstlern in den jeweils anderen koreanischen Staat reisen.

          13. Dezember 1991: Nord und Südkorea unterzeichnen ein Aussöhnungsabkommen und einen Nichtangriffsvertrag. Darin schreiben Nord- und Südkorea die wechselseitige Anerkennung und Akzeptanz des anderen politischen Systems fest.

          25. Februar 1998: Der südkoreanische Präsident Kim Dae Jung kündigt eine auf Versöhnung und Zusammenarbeit gerichtete Nordkorea-Politik an, die als „Sonnenscheinpolitik“ bezeichnet wird.

          13. Juni 2000: Beim ersten innerkoreanischen Gipfeltreffen kommen Kim Dae Jung und der nordkoreanische Diktator Kim Jong-il zu Gesprächen zusammen. Sie unterzeichnen eine Fünf-Punkte-Erklärung, in der beide versichern, „die Frage der Wiedervereinigung unabhängig und durch gemeinsame Bemühungen des koreanischen Volkes, das Herr des Landes ist, zu lösen“.

          Weitere Themen

          Biden bestraft Russland

          Sanktionen nach Cyberangriff : Biden bestraft Russland

          Der amerikanische Präsident erklärt die russische Bedrohung zu einem nationalen Notstand. Zehn russische Diplomaten müssen das Land verlassen. Der Handel mit russischen Staatsanleihen wird verboten.

          Topmeldungen

          Coinbase-Gründer Brian Armstrong in San Francisco im Jahr 2016

          Brian Armstrong : Der Mann hinter dem digitalen Goldrausch

          Keine 30 Jahre war Brian Armstrong alt, als er mit Coinbase ein Unternehmen gründete, das heute wertvoller als die New Yorker Börse ist. Er ähnelt den findigen Geschäftsleuten, die während des Goldrauschs im Wilden Westen Schaufeln und Spitzhacken verkauften.
          Quantencomputer von IBM

          Quantencomputer : Wunderwaffe für die deutsche Industrie?

          Eine Zukunftstechnologie, die von Google, IBM und Co. beherrscht wird, für den deutschen Mittelstand? Die Entwicklung beflügelt die Phantasie und könnte für manche Branchen ziemlich wichtig werden.
          Blick auf die Eliteuniversität Harvard in Cambridge, Massachusetts

          Exzellenzinitiative : Es gibt noch immer kein deutsches Harvard

          Die Exzellenzinitiative wollte deutsche Hochschulen in die Ranglisten internationaler Spitzenunis führen. Dieses Ziel wurde verfehlt – und doch der deutschen Forschung zu einer größeren Sichtbarkeit verholfen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.