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Koranverbrennung in Afghanistan : Obama entschuldigt sich bei Karzai

  • Aktualisiert am

Anti-amerikanische Proteste fanden auch am Donnerstag in Afghanistan statt Bild: dpa

Nach der Verbrennung von Koran-Ausgaben durch amerikanische Soladten in Afghanistan hat Präsident Obama Afghanistans Präsident Karzai sein „tiefes Bedauern“ ausgesprochen. Bei neuerlichen Demonstrationen wurden am Donnerstag fünf Menschen getötet.

          Die Vereinigten Staaten haben sich beim afghanischen Präsidenten Hamid Karzai formell für die Verbrennung von Koran-Schriften auf einem amerikanischen Stützpunkt entschuldigt. Nach Angaben des Präsidialamtes in Kabul übergab der amerikanische Botschafter Karzai einen Brief des amerikanischen Präsidenten Barack Obama, in dem dieser „tiefes Bedauern über den berichteten Zwischenfall“ äußert und eine „aufrichtige Entschuldigung“ ausspricht.

          Der vom afghanischen Präsidialamt veröffentlichten Erklärung zufolge schrieb Obama weiter, dass es sich um ein Versehen handelte: „Ich versichere Ihnen, dass wir alle erforderlichen Schritte einleiten, um eine Wiederholung zu vermeiden“, wurde der Präsident zitiert. Dazu gehöre auch, dass die Verantwortlichen für die Verbrennungen zur Rechenschaft gezogen würden.

          Bei Demonstrationen gegen die Koranverbrennungen durch amerikanische Soldaten wurden am Donnerstag in Afghanistan fünf Menschen getötet. Bei einem Zusammenstoß vor einem amerikanischen Stützpunkt in der östlichen Provinz Nangahar seien zwei Demonstranten erschossen worden, als afghanische und Nato-Soldaten in die Menge feuerten, teilte Gouverneur Hadschi Mohammed Hassan mit.

          Ein Mann in einer afghanischen Uniform habe bei dem Zwischenfall auf Nato-Soldaten geschossen und zwei von ihnen schwer verwundet, sagte Hassan weiter. Bei zwei Kundgebungen in der nördlichen Provinz Baghlan und der südlichen Provinz Urusgan schossen afghanische Polizisten auf Demonstranten; in Baghlan wurde einer und in Urusgan wurden zwei Kundgebungsteilnehmer tödlich getroffen, teilten die Behörden mit.

          Bei der Demonstration vor dem Hauptsitz der Polizei in Baghlan habe es einen Schusswechsel zwischen einigen Demonstranten und der Polizei gegeben, hieß es weiter. Vier Personen, darunter zwei Polizisten, seien dabei verwundet worden. In drei ostafghanischen Provinzen gingen Hunderte auf die Straßen; die Kundgebungen dort verliefen laut Behördenangaben friedlich. An der größten der drei Demonstrationen in der Hauptstadt der Provinz Laghman nahmen laut Polizeiangaben 2.000 Menschen teil.

          In der Provinz Logar ging eine Demonstration von rund 500 Personen ohne Zwischenfall zu Ende. Außerdem gingen hunderte Menschen in der Stadt Dschalalabad auf die Straßen. Am Mittwoch waren bei Zusammenstößen zwischen afghanischen Sicherheitskräften und Demonstranten mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen, Dutzende weitere wurden verletzt.

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