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Aberglaube in Afrika : Kongos Kinderhexen

Verfemt und verjagt: In Kinshasa tummeln sich Tausende Straßenkinder. (Archivbild) Bild: Wolfgang Eilmes

Die Angst vor Hexen ist in Kongo weitverbreitet. Einige Familien erklären ihre Kinder zu bösen Zauberwesen. Sie fürchten sich panisch vor ihnen – und jagen sie fort.

          4 Min.

          Chris soll seine Großeltern gegessen haben. Ein schüchterner Junge, vielleicht 13 Jahre. Er trägt ein Fußballhemd von Paris St-Germain. Wo seine Eltern sind, weiß er nicht – sein Vater verschwand spurlos vor einigen Jahren; wahrscheinlich hat er längst eine neue Familie. Seine Mutter setze sich auf das andere Ufer des Kongos ab. Er hat nie wieder von ihr gehört.

          Thilo Thielke

          Freier Berichterstatter für Afrika mit Sitz in Kapstadt.

          Im Moment befindet Chris sich in der Obhut eines belgischen Missionars, der in Kinshasa ein Projekt für Straßenkinder leitet. Dort bekommt der Junge wenigstens eine warme Mahlzeit und trifft Gleichaltrige, mit denen er Fußball spielen kann. Er geht dem Missionar, Bruder Jean-Pierre Godding, beim Gemüse zur Hand. Und er kann schlafen. Das ist sein Glück, denn Chris Kalala ist verfemt: eine Kinderhexe.

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