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Konfrontation mit Israel : Iran und Syrien stimmen sich mit Hamas und Hizbullah ab

  • Aktualisiert am

Antiisraelische Allianz: Nasrallah, Assad und Ahamdineschad am Donnerstag in Damaskus Bild: REUTERS

In Damaskus sind die Präsidenten Syriens und Irans, Assad und Ahmadineschad, mit den Führern von Hamas und Hizbullah, Meschal und Nasrallah, zusammengekommen: Gemeinsam beschworen sie ihre Feindschaft zu Israel.

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          Nachdem sich der iranische Präsident Ahmadineschad und der syrische Präsident Assad demonstrativ ihrer Freundschaft versichert hatten, sind sie am Freitag mit den Spitzen der Hizbullah und der Hamas zusammengekommen. In Damaskus verständigte sich die Staatspräsidenten Syriens und Irans, Assad und Ahmadineschad, mit den Spitzen von Hizbullah und Hamas, Nasrallah und Meschal, auf eine gemeinsame Position gegenüber Israel verständigt. Nach seinem Treffen mit Assad konsultierte Ahmadineschad erst mit Vertretern der in Damaskus ansässigen radikalen Palästinensergruppen. Danach kam es zu einem Dreiertreffen von Assad und Ahmadineschad mit dem Generalsekretär der libanesischen Hizbullah, Nasrallah. Die drei hätten über die „wiederholten Drohungen“ Israels gegenüber dem Libanon und Syrien beraten, berichtete Manar TV, der Sender der Hizbullah.

          In den vergangenen Wochen hatten die meisten libanesischen Spitzenpolitiker vor einem israelischen Angriff gewarnt. Seither haben die Spannungen im Nahen Osten zugenommen, die durch Meldungen über neue Raketen der Hizbullah hervorgerufen worden waren. Über das Dreiertreffen Assads und Ahmadineschads mit Nasrallah ging Manar TV nicht weiter ein. Der Auftritt Nasrallahs war der erste in Damaskus, den Syrien und die Hizbullah öffentlich gemacht haben. Nasrallah soll aus Furcht vor Attentaten in Beirut in einem Bunker leben. Zu seinen Anhängern spricht er meist nur über Videobotschaften.

          Permanente Koordination zwischen Iran und Palästinensern

          Ziel der Unterredungen Ahmadineschads mit den radikalen Palästinensern sei gewesen, eine „permanente Koordination“ zwischen Iran und den palästinensischen Gruppen herzustellen, berichtete Manar. An dem Treffen nahmen neben Meschaal auch Spitzenvertreter der Terrorgruppe „Islamischer Dschihad“, der „Volksfront zur Befreiung Palästinas - Generalkommando“ und mindestens eines halben Dutzend anderer Gruppen teil. Themen seien die „Drohungen und Aggressionen“ Israels sowie dessen Vorgehen gegen den Muslimen heilige Stätten gewesen, teilte Manar mit.

          Meschal bezeichnete gegenüber Manar die Treffen als Abstimmung auf die „Prahlerei“ Israels. Ahmadineschad habe den „Widerstand als den erfolgreichsten Weg zur Befreiung des Landes“ gepriesen. Der Generalsekretär der „Front des Kampfes des palästinensischen Volks“, Chaled Abdalmadschid, sagte, die Treffen Ahmadineschads in Damaskus seien eine „klare Botschaft“ an die Vereinigten Staaten und an Israel einer gemeinsame Haltung zwischen Iran, Syrien sowie dem „libanesischen und dem palästinensischen Widerstand“.

          Aufgrund der Entwicklungen der vergangenen Wochen haben Assad, Ahmadineschad, Nasrallah und Meschal mutmaßlich eine militärische Zusammenarbeit im Falle eines Angriffs Israels auf die Hizbullah und den Libanon erörtert. Iran war bei dem jüngsten Krieg zwischen Israel und der Hizbullah im Sommer 2006 ihrem Verbündeten militärisch nicht beigestanden. Denkbar ist, dass Ahmadineschad von seinen Gesprächspartnern im Falle eines neuen Waffengangs um Beistand gebeten wurde.

          Besorgnis in Israel

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