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Konflikt mit Iran : Hunt: Britischer Tanker wurde in Gewässern des Omans gestoppt

  • Aktualisiert am

Der britische Außenminister Jeremy Hunt verlässt die Downing Street nach einem Treffen über den britischen Öltanker „Stena Impero“. Bild: dpa

Mit der Tanker-Beschlagnahmung in den Gewässern des Omans hat Iran gegen internationales Recht verstoßen. London versucht dennoch, an einer diplomatischen Lösung festzuhalten.

          Der jüngst vom Iran festgesetzte Öltanker ist nach Angaben des britischen Außenministers Jeremy Hunt in den Gewässern des Omans gestoppt worden. Das erklärte Hunt am Samstag nach der zweiten Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats (Cobra) in London bei Twitter.

          Es bestehe weiterhin der Wunsch, die Situation nicht eskalieren zu lassen, schrieb Hunt weiter. Teheran habe aber eindeutig gegen internationale Gesetze verstoßen. Das britische Parlament soll am Montag über die Ergebnisse des Treffens informiert werden.

          Diplomatischer Vertreter Irans einbestellt

          Die britische Regierung hatte zuvor den Geschäftsträger Irans in London einbestellt. Das teilte das Außenministerium in London am Samstag mit. Die iranischen Revolutionsgarden hatten den britischen Tanker „Stena Impero“ am Freitag in der Straße von Hormuz aufgebracht, weil er gegen „internationale Schifffahrtsregeln“ verstoßen haben soll. Der Vorfall nährte die Sorge vor einer Eskalation des Konflikts des Westens mit Iran.

          Deutschland und Frankreich forderten von Teheran die „unverzügliche“ Freigabe des Schiffes. Der britische Außenminister Jeremy Hunt warnte Teheran davor, einen „gefährlichen Pfad von illegalem und destabilisierendem Verhalten“ einzuschlagen. Großbritannien werde überlegt, aber robust reagieren. Es gehe aber nicht um militärische Optionen, sondern um eine diplomatische Lösung.

          Eine undatierte Aufnahme der „Steno Impero“, die von Iran in der Straße von Hormuz gestoppt worden ist.

          Großbritannien riet britischen Handelsschiffen vorerst davon ab, die besonders für den weltweiten Ölhandel wichtige Seestraße zu passieren. Auch die Vereinigten Staaten verurteilten das iranische Vorgehen in der Straße von Hormuz scharf. Sie kündigten zudem die Entsendung weiterer Soldaten an.

          Grund für die Festsetzung der „Stena Impero“ ist nach iranischen Angaben ein Zusammenstoß des Tankers mit einem Fischkutter. Entsprechend der rechtlichen Vorschriften seien deshalb Ermittlungen zur „Ursache für den Unfall“ eingeleitet worden, sagte der Chef der Hafen- und Schifffahrtsbehörde von Hormozgan, Allah-Morad Afifipoor. Der Tanker ging demnach in der iranischen Hafenstadt Bandar Abbas vor Anker, an Bord befanden sich weiterhin die 23 Besatzungsmitglieder aus Indien, den Philippinen, Lettland und Russland.

          Die Straße von Hormuz ist ein strategisch wichtiges Nadelöhr für den Transport von Erdöl. Rund ein Drittel des auf dem Seeweg transportierten Öls wird durch die Meerenge zwischen Iran und dem Oman befördert. Eine Schließung des Seewegs für den internationalen Öltransport hätte daher voraussichtlich gravierende Folgen für die Weltwirtschaft.

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